Großeinsatz in Altenberge
Mann legt drei Brände in seiner Wohnung und flüchtet

Altenberge -

Erst legte er offenbar drei Brände in seiner eigenen Wohnung, brachte sämtliche seiner Nachbarn so in akute Gefahr und verschwand dann mit seinem Auto, während sich die Rettungskräfte noch auf der Anfahrt befanden: Nach einem Wohnungsbrand in Altenberge sucht die Polizei den Bewohner, auch weil er dringend ärztliche Hilfe benötigt.

Samstag, 07.11.2020, 12:54 Uhr aktualisiert: 07.11.2020, 14:04 Uhr
Die freiwillige Feuerwehr wurde am Samstag um 3.17 Uhr zu dem Brandeinsatz in der Straße „Zur Quelle“ alarmiert. Foto: Jens Keblat

Sirenenalarm mitten in der Nacht: Die freiwillige Feuerwehr ist am Samstag um 3.17 Uhr zu einem Brandeinsatz in einem Mehrparteienhaus in der Straße „Zur Quelle“ in Altenberge alarmiert worden. Nachdem ein Anrufer der Kreisleitstelle in Rheine von Hilferufen und Rauch berichtet hatte, war die freiwillige Feuerwehr mit allen Kräften unter anderem per Sirenenalarm zu dem Ereignis entsandt worden. Zusätzlich wurden zwei Rettungswagen und ein Notarzt-Team sowie die Polizei nach Altenberge geschickt.

Für die Kräfte begann damit ein arbeitsreicher Einsatz: „Als wir eintrafen, war das Treppenhaus verraucht“, erklärte Wehrführer und Einsatzleiter Frank Klose vor Ort. Weil die Tür der Brandwohnung – dieses Detail wird später noch von Bedeutung sein – geöffnet war, als die Feuerwehr eintraf, konnten sich die gefährlichen Rauchgase im Treppenhaus ausbreiten. Den Bewohnern der weiteren drei Wohnungen war so der einzige für die Selbstrettung mögliche Fluchtweg abgeschnitten.

Klose: „Die weiteren Bewohner konnten ihre Wohnungen nicht verlassen.“ Man habe sie deshalb gebeten, sich an ihren Balkonen aufzuhalten. Insgesamt acht Menschen hätten so in der „Chaosphase“ des Einsatzes in ihrer misslichen Lage ausharren müssen, bis Feuerwehrleute sie sicher durch das Treppenhaus ins Freie führen konnten.

DRK-Helfer betreuen Hausbewohner

Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes wurde kurzerhand nachalarmiert, um die allesamt unverletzten Personen während des längeren Einsatzes zu betreuen. Insgesamt 51 Feuerwehrleute, neun Helfer des DRK, sechs Rettungskräfte sowie Polizeikräfte waren involviert.

Während die Feuerwehr alle Hände voll zu tun hatte, sämtliche Glutnester in der Wohnung abzulöschen, in der man ohnehin eine ungewöhnlich starke Brandlast vorgefunden hatte, ergab sich für die Polizei eine Lage, die es in sich hatte: Den Spuren zufolge hatte der Bewohner an drei Stellen Brände gelegt, später wurde bekannt, dass sich zudem im Badezimmer ein Benzinkanister befunden haben soll.

„Zur Quelle“: Wohnungsbrand führt zu Großeinsatz

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    Sirenenalarm mitten in der Nacht: Die freiwillige Feuerwehr ist am Samstag um 3.17 Uhr zu einem Brandeinsatz in einem Mehrparteienhaus in der Straße „Zur Quelle“ in Altenberge alarmiert worden.

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  • Nachdem ein Anrufer der Kreisleitstelle in Rheine von Hilferufen und Rauch berichtet hatte, war die freiwillige Feuerwehr mit allen Kräften unter anderem per Sirenenalarm zu dem Ereignis entsandt worden.

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  • Zusätzlich wurden zwei Rettungswagen und ein Notarzt-Team sowie die Polizei nach Altenberge geschickt.

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Nachdem der Mann die Brände offenbar gelegt hatte, wurden die übrigen Nachbarn vor allem durch Hilfeschreie aus bislang unbekannter Quelle auf die drohende Gefahr aufmerksam. Ein Bewohner aus dem ersten Obergeschoss hatte eigenen Angaben zufolge noch versucht, die Tür der Brandwohnung aufzutreten, in der Absicht, den Mann zu retten. Doch die Tür habe sich nicht öffnen lassen. Weil diese aber beim Eintreffen der Feuerwehr schließlich offenstand, ist für die Polizei klar, dass der Mann sich anfangs noch in seiner Wohnung befunden haben muss oder dorthin zurückgekehrt sein muss, ehe er mit seinem Auto in unbekannte Richtung flüchtete.

Fahndung nach Bewohner der Brandwohnung

Er wurde zur Fahndung ausgeschrieben, Beamte begannen mit der Suche nach ihm – zunächst erfolglos. Auch weil die Beamten davon ausgehen, dass der Mann dringend auf ärztliche Hilfe angewiesen ist und ferner auch verletzt sein könnte, sucht die Polizei weiterhin nach ihm und bittet ihn, sich zu melden. Die übrigen Bewohner des Hauses konnten noch in der Nacht in ihre Räume zurückkehren. In der Brandwohnung selbst entstand erheblicher Gebäudeschaden, sie ist unbewohnbar.

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