Tatverdächtige festgenommen
Mutmaßliche Geldautomatensprenger bauen Unfall

Isselburg -

Schwerer Unfall in der Nacht zum Montag gegen zwei Uhr auf der B 67 zwischen Isselburg und Bocholt: Vermutlich aufgrund überhöhter Geschwindigkeit ist ein Fahrzeug von der Fahrbahn abgekommen und hat sich überschlagen. Dieser Unfall steht laut Polizei möglicherweise im Zusammenhang mit der versuchten Sprengung eines Geldautomaten, die sich nur wenige Minuten zuvor in Rees ereignet hat.

Montag, 09.11.2020, 11:19 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 11:50 Uhr
Foto: dpa (Symbolbild)

Einsatzkräfte der Polizei haben am Montag drei mutmaßliche Geldautomaten-Sprenger im Grenzbereich Isselburg/Gemeinde Rees festnehmen können. "Damit endete eine Flucht, die die Tatverdächtigen ersten Erkenntnissen zufolge nach einer misslungenen Tatausführung in Rees ergriffen hatten", heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung der Kreispolizeibehörden Borken und Kleve. In Rees hatten sie sich gegen 01.45 Uhr erfolglos am Geldautomaten einer Bankfiliale an der Straße "Vor dem Delltor" zu schaffen gemacht: Die Sicherheitstechnik hatte dabei ausgelöst und die Räumlichkeit vernebelt. Die Täter flüchteten.

Wenige Minuten später erreichte die Polizei die Meldung über einen schweren Verkehrsunfall: Ein Wagen hatte mit hoher Geschwindigkeit die Bocholter Straße aus Richtung Rees kommend in Richtung Bocholt befahren. Das Fahrzeug war kurz hinter der Einmündung der Halderner Straße nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und hatte sich überschlagen. Von den Insassen des dunklen Audis mit niederländischen Kennzeichen fehlte zunächst jede Spur.

Fahndung war erfolgreich

Kräfte der Kreispolizeibehörde Borken, der Kreispolizeibehörde Kleve und der Kreispolizeibehörde Wesel übernahmen die Fahndung, unterstützt durch die niederländische Polizei, durch Polizeihubschrauber sowie durch Kräfte der Bundespolizei und der Autobahnpolizei. Zu diesem Zeitpunkt ließen bereits alle Umstände darauf schließen, dass es sich bei dem Unfallfahrzeug um den Fluchtwagen der Täter von Rees handelte. Dies bestätigte sich, als die Beamten das Innere des Wagens näher in Augenschein nahmen: Im Fahrzeug fand sich eine zündfähige Sprengvorrichtung. Spezialisten des Landeskriminalamts trafen daraufhin an der Unfallstelle ein. Sie beseitigten die Gefahr, indem sie die Sprengvorrichtung absicherten und kontrolliert detonieren ließen.

Drei Tatverdächtige festgenommen

Mit dem einsetzenden Tageslicht intensivierte die Polizei die Fahndung nach den Flüchtigen. Wegen der unmittelbaren Nähe zur Autobahn wurde diese vorübergehend vollständig gesperrt. Kurz darauf konnten die Beamten gegen 08.45 Uhr zwei der der drei Tatverdächtigen auf einem Feldweg in der Nähe der Halderner Straße festnehmen. Der dritte Tatverdächtige versuchte erfolglos, sich in einem Waldstück zu verstecken: Auch ihn konnten die Beamten kurz darauf festnehmen.

Bei den drei Tatverdächtigen handelt es sich nach ersten Feststellungen um niederländische Staatsbürger. Einer der drei mutmaßlichen Täter hatte bei dem vorausgegangenen Unfall leichte Verletzungen erlitten. Er wurde im Krankenhaus medizinisch versorgt. Die Polizei setzt zurzeit ihre intensiven Ermittlungen fort.

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