30 000 Kubikmeter Schlamm aus Gräfte entfernt
Lebensraum für Fische ist gesichert

Herbern -

Mit einer umfangreichen Entschlammung der Gräfte von Schloss Westerwinkel wird derzeit die ökologische Qualität des Gewässers verbessert. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes und zu geringer Frischwasserzufuhr drohte ein Fischsterben.

Dienstag, 10.11.2020, 16:35 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 18:30 Uhr
Stefan Grünert hatte die Arbeiten an der Gräfte vom Rentmeisterhaus aus im Blick. Foto: Isabel Schütte

Bevor der Winter einkehrt wird derzeit der westliche Teil der Gräfte von Schloss Westerwinkel saniert. Im Laufe der Jahre hat sich hier nach Schätzungen vom Rentmeister der merveldtschen Verwaltung, Stefan Grünert, rund 30000 Kubikmeter Schlamm angesammelt. Der Wasserstand war mit 30 bis 40 Zentimetern nicht mehr tragbar. Durch die fehlende Frischwasserzufuhr konnte das Wasser nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt ist. Gegen eine Fischsterben wurde im Sommer mit Pumpen etwas Sauerstoffzugeführt.

„Ich hatte gedacht, dass die Entschlammung um das Schloss herum in 2018 ausreichend war. Doch das war es nicht. Es musste dringend gehandelt werden, damit nicht wieder die Fische am Botulismus verenden“, sagte der Rentmeister. Das natürliche Nervengift, das im Schlick entstehen kann, ruft Lähmungen hervor. In Folge dessen können die Tiere den Kopf nicht mehr über Wasser halten und ersticken. Dieses war schon 2018 der Fall und daraufhin wurden bereits große Teile der künstlichen Gewässer rund um das Schloss entschlammt.

Rund vier Wochen wurde jetzt der westliche Teil der Gräfte am angrenzenden Rentmeisterhaus gesäubert. Ziel war es, die ökologische Qualität zu verbessern. Ein artgerechter Lebensraum für Fische und andere Tiere soll so auf jeden Fall erhalten bleiben.

Die Arbeiten sind gut voran gegangen, der Mergelboden hat den Baggern das Befahren der Gräfte erleichtert. Stefan Grünert war am Anfang erschrocken, wie viel Schlamm zum Vorschein kam. „Dass hätte ich wirklich nicht gedacht. Rund drei bis vier Meter Schlamm wurden im gesamten Gräftenbereich abgetragen.“ Kleine oder größere Schätze kamen bei der Entschlammung nicht zum Vorschein, lediglich ein altes Motorrad wurde gefunden.

Ein großes Lob gab der Rentmeister an die Mannschaft von Lohnunternehmer Heinrich Kampe weiter. „Die Truppe hat ihren Job wirklich schnell und gut erledigt. Besser hätte es nicht laufen können.“ Seit der vergangenen Woche sind die Arbeiten abgeschlossen. Die Schutzdämme wurden bereits wieder entfernt und das Wasser ist zum Teil schon eingelaufen. Dass die Gräfte sich wieder füllt, da hat Grünert keine Bedenken. „Wir sind zwar auf Grundwasser angewiesen aber bis zum nächsten Frühjahr soll wohl wieder alles gefüllt sein.“

Nachrichten-Ticker