Tunnel geplant
Dyckerhoff will Steinbrüche in Lengerich und Lienen miteinander verbinden

Lengerich -

Zwischen den Steinbrüchen Hörste und Hohne am Lengericher Kalkwerk soll ein Tunnel gebaut werden, 1100 Meter Grabung sollen 40.000 Lkw-Fahrten ersetzen. Noch ist aber vieles unklar.

Dienstag, 10.11.2020, 05:58 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 15:22 Uhr
Die Firma Dyckerhoff will zwei Steinbrüche in Lengerich und Lienen mit einem Tunnel verbinden. Foto: Michael Baar

Die Firma Dyckerhoff will zwischen den Steinbrüchen Höste in Lienen und Hohne direkt am Lengericher Kalkwerk einen 1100 Meter langen Tunnel bauen, um gebrochenen Kalkstein besser transportieren zu können.

Über 40.000 Lkw (leer und beladen) sind im vergangenen Jahr zwischen dem Steinbruch in Höste und dem Werk in Hohne über die Straßen gerollt.

Würden diese Transporte wegfallen, wären damit für Hohne Verkehrsbelastung, Lärm und Emissionen gesenkt

Steffi Fischer

„Würden diese Transporte wegfallen, wären damit für Hohne Verkehrsbelastung, Lärm und Emissionen gesenkt“, sagt Dyckerhoff-Sprecherin Steffi Fischer unserer Zeitung. Allerdings befinde sich die Planung noch „ganz am Anfang“. Den Behörden sei das Vorhaben beschrieben worden. Die müssten jetzt festlegen, welche Gutachten für eine Antragstellung erforderlich sind.

Der Tunnel steht erst am Anfang

Angedacht ist ein Tunnel zwischen den beiden Steinbrüchen. Auf einem Transportband soll der gebrochene Kalkstein von Höste nach Hohne befördert werden. Eine Zeichnung der geplanten Tunnelführung hat das Unternehmen erstellt.

Wir bewegen uns mit ganz langsamen Schritten

Steffi Fischer

Bis zu einer Genehmigung werden noch Jahre vergehen. „Wir bewegen uns mit ganz langsamen Schritten“, sagt Fischer. Noch ist nicht mal geklärt, welche Gutachten für eine Antragstellung erforderlich sind. Dafür ist aber schon klar, mit welcher Nutzungsdauer des Tunnels das Unternehmen rechnet: mindestens 20 Jahre.

Kalksteinabbau für unbefristete Zeit?

Im Jahr 1999 hat die Firma die Genehmigung erhalten, bis 2027 Kalkstein in den beiden Steinbrüchen abzubauen. Da die Vorräte im genehmigten Bereich länger reichen als damals berechnet, hat Dyckerhoff im vergangenen Jahr den Antrag gestellt, auf unbefristete Zeit Kalkstein abbauen zu dürfen. Die Entscheidung darüber steht aus.

In den beiden Steinbrüchen Hohne und Höste wird Kalkstein abgebaut, der für die Zementproduktion als Rohmaterial dient. Neben Zement, wie ihn jeder Bauherr kennt, produziert Dyckerhoff Spezialzemente – unter anderem für die Erdölförderung. Beschäftigt sind in Lengerich knapp 250 Personen, davon 27 Auszubildende.

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