„Gesundheitsatlas Asthma bronchiale“
NRW-Vergleich: überraschendes Stadt-Land-Gefälle

Münster -

In der Stadt, wo die Luft schlechter ist, gibt es mehr Probleme mit Asthma? Zumindest im Münsterland gilt das nicht. Das zeigen neue Zahlen.

Dienstag, 10.11.2020, 18:42 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 20:35 Uhr
Ein Asthmatiker hält einen Asthmaspray in der Hand. Foto: dpa

Im Kreis Warendorf ist Asthma so verbreitet wie nur in wenigen Gebieten Nordrhein-Westfalens: 5,3 Prozent der Menschen leiden unter der Krankheit. Zum Vergleich: Im Bereich Westfalen-Lippe sind es 4,7 Prozent, bundesweit 4,2 Prozent. Das geht aus dem „Gesundheitsatlas Asthma bronchiale“ hervor, den die AOK am Dienstag vorgestellt hat.

Erstmals hatte das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit der Universität Trier die Häufigkeit von Asthma bronchiale für die 18 Kreise und neun kreisfreien Städte in Westfalen-Lippe ermittelt. Im Münsterland sieht das Ergebnis so aus:

  • Münster:
  • 3,65 Prozent
  • Kreis Borken:
  • 3,99 %
  • Kreis Coesfeld:
  • 4,48 %
  • Kreis Steinfurt:
  • 4,85 %
  • Kreis Warendorf:
  • 5,3 %

Unklar sind die Gründe. Neben einer genetischen Veranlagung werden Luftqualität und Übergewicht als Faktoren vermutet, die Asthma begünstigen. Beides aber erklärt nicht die Unterschiede zwischen den Landkreisen und etwa der Stadt Münster. „Wir haben keine stichhaltige Erklärung“, bedauerte Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest.

Erfreulich sei, dass immer weniger Menschen an den folgen von Asthma sterben. Einer Statistik zu Folge lag die so genannte Mortalität 1998 bei 6,4 pro 100 000 Einwohnern, 2018 bei 1,2. In Nordrhein-Westfalen sank sie im selben Zeitraum von 5,7 auf 1,0.

Die Experten der Krankenkasse gehen davon aus, dass Asthmapatienten kein erhöhtes Corona-Risiko tragen. „Nach allem was wir bislang wissen“, schränkte Ackermann ein. Zwar stufe das Robert-Koch-Institut Lungenerkrankungen als risikobelastete Vorerkrankungen ein, erste Studien bestätigten das aber bei Asthma nicht.

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