Adolfshöhe soll erste Fahrradstraße in der Stadt werden
BfA fordern mehr Platz und Sicherheit für die Radler

Albersloh -

Noch gibt es keine, aber wenn es nach dem Willen der BfA geht, soll sich das ändern. Im Umfeld von Schulen, Kindertagesstätten und Sportanlagen könne die Ausweisung einer Fahrradstraße die Sicherheit für alle schwachen Verkehrsteilnehmer erheblich erhöhen. Das habe auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub nach eingehenden Untersuchungen festgestellt.

Dienstag, 24.11.2020, 08:29 Uhr
Die Adolfshöhe in Albersloh soll, so wünschen es die BfA, zur „unechten“ Fahrradstraße werden. Foto: Volker Dörken

„Wir suchen mutige und innovative Konzepte zur Umgestaltung und Neuaufteilung des Straßenraums für Verkehrsteilnehmende aller Generationen“: Mit diesen Worten bitte laut der Wählergemeinschaft BfA das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen alle NRW-Kommunen, sich am Landeswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ zu beteiligen. Dafür sei es wichtig, „die zur Verfügung stehende Fläche für die verschiedenen Verkehrsarten neu aufzuteilen, umzugestalten und quartiersbezogene Lösungen zu finden“, heißt es im Bericht der BfA.

„Eine hervorragende Aussage“, meint der Vorsitzende der Bürger für aktive Kommunalpolitik“, Michael Thale. Denn bereits am 9. August 2020 hätten die BfA beantragt, dass für Sendenhorst ein „Aktionsplan Nahmobilität“ erarbeitet werde. „Da inzwischen dazu der Förderantrag der Bezirksregierung Münster vorliegt“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt, Hans Ulrich Menke, „muss nun zügig ein Konzept mit den Schwerpunkten Rad- und Fußverkehr, ÖPNV und WLE erarbeitet werden“.

Nun muss zügig ein Konzept mit den Schwerpunkten Rad- und Fußverkehr, ÖPNV und WLE erarbeitet werden.

Hans Ulrich Menke

In diesem Zusammenhang sei die Ausweisungen von Fahrradstraßen ein geeignetes Instrument zur Entspannung der angespannten Verkehrssituation und einer Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Im Umfeld von Schulen, Kindertagesstätten und Sportanlagen könne die Ausweisung einer Fahrradstraße die Sicherheit für alle schwachen Verkehrsteilnehmer erheblich erhöhen. Das habe auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub nach eingehenden Untersuchungen festgestellt. „Und weil das so ist“, erklärt Olaf Schmidt, Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss, „haben wir jetzt beantragt, im ersten Schritt die Adolfshöhe zwischen der Einmündung in die Landesstraße 850 und der Reithalle als sogenannte ‚unechte Fahrradstraße‘ auszuweisen“.

Das bedeute, dass die Fahrradfahrer Vorrang genießen würden. Sie könnten nebeneinander fahren. Generell gelte dann auf der Adolfshöhe weiter Tempo 30. Für Anlieger sei die Nutzung der Straße unter besonderer Rücksichtnahme auf die Radfahrer auch weiterhin uneingeschränkt möglich. Beim ruhenden Verkehr würde sich nichts ändern. Das mache die „unechte Fahrradstraße“ aus.

Anbindung an die Velorouten

„Dafür überwiegen die Vorteile bei weitem“, meint Ratsfrau Martina Rust. Nicht nur alle Radfahrer, die zu den Sportstätten möchten, würden durch eine Fahrradstraße besser geschützt, sondern auch alle touristischen Radler, die über die neuen Velorouten entlang des Kanals und dann weiter durch die Hohe Ward die Adolfshöhe als Verbindung zum Werse-Wanderweg und zur 100-Schlösser-Route nutzten.

Die Möglichkeit der Nutzung der gesamten Fahrbahnbreite für den Radverkehr mindere laut ADFC die Gefährdung für den einzelnen Radfahrer.

Verkehrsflächen gerechter verteilen

BfA-Ratsherr Dirk Köhler meint dazu: „Darum sollten wir der Anregung von Ministerin Ina Schnarrenbach folgen und die zur Verfügung stehende Fläche für die verschiedenen Verkehrsarten neu aufteilen.“ Eine wichtige Voraussetzung sei allerdings, dass die Anwohner bei den Planungen und der Aufstellung des gesamten Verkehrskonzeptes „Nahmobilität“ mit eingebunden würden. Denn nur durch eine intensive Bürgerbeteiligung könnten auch weitere Straßen und Plätze in der Stadt gefunden werden, bei denen es sich lohne, durch eine Umgestaltung die Aufenthalts- und Lebensqualität deutlich zu verbessern.

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