Kreis-Bauausschuss stellt fast acht Millionen Euro für Burgberg bereit
„Ein Ort mit ganz viel Potenzial“

Tecklenburg -

Der Burgberg in Tecklenburg wird attraktiver werden. Das ist das Ziel der Planungen, der der Kreisbauausschuss jetzt zugestimmt hat. Die Kosten liegen bei fast acht Millionen Euro.

Freitag, 27.11.2020, 13:48 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:19 Uhr
Der Burgberg als „Balkon des Münsterlandes“ soll über mehrere Jahre aufwendig neu gestaltet wurden. Der Kreis-Bauausschuss hat den Planungen jetzt zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, diese voranzubringen. Foto: Ruth Jacobus

Er gilt als „Balkon des Münsterlandes“, als „Ort mit ganz viel Potenzial“, sogar als „identitätsstiftend für die Region“ – und deshalb soll er mit 7,95 Millionen Euro im großen Stil aufgehübscht werden: Für die Sanierung des Burgbergs will der Kreis Steinfurt in den nächsten Jahren richtig viel Geld bewegen.

Wer Anne Ewering vom Planungsamt des Kreises in der Sitzung des Kreis-Bauausschusses zuhörte, der konnte aus jedem ihrer Sätze über den Burgberg die pure Begeisterung für diesen außergewöhnlichen Ort heraushören. Er sei die Visitenkarte der Stadt und der ganzen Region, wichtig für den Tourismus, aber – leider, leider – schon lange in einem beklagenswerten Zustand. Ewering: „Dem Burgberg ist zuletzt die Würde des Ortes verloren gegangen.“

Weil der Kreis Steinfurt Eigentümer eines Großteils der Flächen dort ist, sieht er sich in der Pflicht, das brachliegende Potenzial dieses exponierten Areals zu heben. Die ursprüngliche Wehrburg etwa sei heute kaum noch als solche zu erkennen. Oder die vielen wild parkenden Autos an solch sensibler Stelle – indiskutabel.

Seit zwei Jahren bereits befassen sich der Kreis und die Stadt Tecklenburg mit dem „Entwicklungskonzept Burgberg Tecklenburg“, jetzt liegt eine „Konsenslösung von vielen Beteiligten“ vor, wie Tobias Fust vom DTP Landschaftsplanungsbüro Essen sagte. Er meinte damit nicht nur Stadt und Kreis, sondern auch den Denkmalschutz, den Naturschutz, die Freilichtbühne oder auch das benachbarte Hotel „Burggraf“.

„Wir streben eine einheitliche Gestaltung der gesamten Anlage an“, sagte Fust. Eine Gestaltung, die die besondere Historie und die Nutzungsanforderungen – etwa der Freilichtbühne – in Einklang bringt. Sichtachsen sollen freigelegt werden, Zufahrtsbeschränkungen den Autoverkehr auf ein Mindestmaß zurückschrauben.

Viele einzelne Schritte sollen den Burgberg bis 2028 wieder zu einem Juwel inmitten des historischen Tecklenburger Zentrums zurückverwandeln: Den Südhang gilt es zu einem „gepflegten Burgareal zu entwickeln“ (Fust), die historische Substanz dort müsse behutsam saniert werden. Am Nordhang sollen die beiden Highlights Burgberg und Kurpark attraktiv miteinander verbunden werden.

Rund um den Mittelwall wird die ehemalige Burganlage besonders herausgearbeitet, die Hauptburg inklusive der Burgwiese soll ein multifunktionaler Ort werden. Tobias Fust: „Wir möchten die Hauptburg als solche wieder erlebbar machen.“ Die große Promenade soll ebenfalls einer Art Facelifting unterzogen werden, während die Vorburg mit derFreilichtbühne mehr Aufenthaltsqualität erhalten soll. Dort könnten auch detaillierte Informationen zur gesamten Anlage kurzweilig aufbereitet werden. Der südliche Burgberg schließlich soll „zu einem attraktiven Ankunftsort entwickelt werden“, so Fust.

All diese Maßnahmen kalkuliert der Kreis auf etwa 7,95 Millionen Euro. Gestreckt werden sollen die Investitionen auf gut Jahre. Abzüglich der erhofften Städtebau-Fördermittel des Landesblieben 500 000 Euro an Ausgaben für die Stadt Tecklenburg und 2,2 Millionen Euro für den Kreis Steinfurt. Den Kreispolitikerinnen und -politikern im Bauausschuss schien das gut angelegtes Geld zu sein. Sie beauftragten die Kreisverwaltung, die Entwicklung und Umsetzung des Projekts zu übernehmen und voranzubringen.

Nachrichten-Ticker