NRW-Soforthilfe
Musiker muss Geld zurückzahlen

Lüdinghausen -

9000 Euro Soforthilfe des Landes NRW hat Hendrik Lensing zu Beginn der Corona-Pandemie bekommen. jetzt soll er die Summe wieder zurückzahlen.

Dienstag, 08.12.2020, 19:00 Uhr
Das Lachen ist ihm vergangen: Musiker Hendrik Lensing musste seine Corona-Soforthilfe an das Land NRW zurückzahlen. Foto: Steff Aperdannier

Hendrik Lensing ist studierter Musiker, spielt Schlagzeug, unterrichtet Schlagzeuger-Nachwuchs und tritt in dem Lüdinghauser Luna Tonstudio auch als Produzent auf. Ein klassischer Solo-Selbstständiger also, dem die Corona-Pandemie die finanziellen Beine weggeschlagen hat. Da sei die Soforthilfe des Landes NRW gerade recht gekommen. 9000 Euro erhielt der gebürtige Lüdinghauser überwiesen.

Und die soll er jetzt zurückzahlen. Behalten darf er nur den Anfall tatsächlicher betrieblicher Kosten, die seine wenigen noch verbliebenen Einnahmen übersteigen. Genau diese Einnahmen sorgten dafür dass die Soforthilfe-Programme nicht greifen. Hätte er gar keine Einnahmen, würde die Soforthilfe greifen. Die soziale Ungerechtigkeit liegt aus seiner Sicht in der Ungleichbehandlung der Soforthilfe-Bezieher, die noch Einnahmen haben (und somit kein Hartz IV bekommen) und diese erst für die Betriebsausgaben nutzen müssen, und den Beziehern, die Hartz IV für den Lebensunterhalt bekommen und aus der Soforthilfe ihre vollen Betriebsausgaben erstattet bekommen.

Das sei sozial ungerecht und „von der Lebenswirklichkeit nicht abgebildet“, sagt Lensing. Und er hat dies auch auf Facebook an das Land NRW so gepostet. Denn im Endeffekt bedeute dies, dass er von den wenigen erzielten Einnahmen nicht nur seinen Betrieb retten, sondern zusätzlich auch noch seine Miete und Essen bezahlen müsse. Es mache ihn „sauer und traurig“, dass nicht einmal die Chance bestehe, dass ein „Sockelbetrag für private Lebenskosten von den noch vorhandenen Einnahmen abgezogen“ werde.

Zugleich gesteht Lensing zu, dass die Corona-Pandemie „die Politik überfordert“. Insofern rechne er es der Landesregierung durchaus hoch an, dass damals schnell reagiert worden sei. Seine Corona-bedingte Tatenlosigkeit als Musiker überbrückt er mit einem Studium der Sozialen Arbeit. Einen Erfolg hat sein Post gezeigt. Eine CDU-Landtagsabgeordnete, die dem Wirtschaftsausschuss angehört, hat sich bei ihm gemeldet.

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