CO₂-Steuer führt zu höheren Benzin- und Heizölkosten
Run auf Tankstellen bleibt aus

Ostbevern -

Benzin und Heizöl werden am 1. Januar teurer, denn mit dem Jahresbeginn 2021 tritt die Erhöhung der CO2-Steuer in Kraft. Die Tankstellenbetreiber haben aber bislang nicht registriert, dass vermehrt getankt wird, um den Tank vor der Erhöhung noch einmal voll zu machen.

Mittwoch, 30.12.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 01.01.2021, 14:51 Uhr
Foto: Anne Reinker

Autofahrer müssen ab morgen tiefer in die Tasche greifen, wenn das Fahrzeug betankt werden muss. Denn mit dem Jahresbeginn 2021 tritt die Erhöhung der CO-Steuer in Kraft, die Abgabe für den Treibhausgas-Ausstoß. Somit werden pro Liter Benzin sieben Cent zusätzlich fällig. Beim Diesel kommen acht Cent pro Liter dazu. Sind die zu erwartenden Mehrkosten ein Grund für die Autofahrer, noch schnell vor dem Jahreswechsel die Tankstellen anzufahren? Und animiert die bevorstehende Preiserhöhung beim Heizöl die Leute zum Bestellen auf den letzten Drücker? Eine kleine Umfrage:

„Die Anfrage an unserer Tankstelle war in den letzten Tagen ganz normal, wie in den letzten Monaten“, berichtet Helmut Niehoff von der Raiffeisen Münsterland. Der Filialleiter schätzt, dass der Lockdown ein Grund dafür sein könnte und die Leute derzeit nicht so häufig mit dem Auto unterwegs seien. „Ich kann mir aber auch vorstellen, dass viele die Preiserhöhung noch gar nicht realisiert haben“, meint er. Er selber fahre immer erst tanken, wenn es auch sein müsse. Der Gedanke, noch schnell auf Vorrat den Tank des Kraftfahrzeuges zu füllen, um wenigstens ein paar Euro zu sparen, sei vielleicht auch anderen Leuten abwegig.

Entwicklung der Heizölpreise

Anfang 2021 werden sieben Cent Aufschlag auf den Liter Fahrzeugtreibstoff gerechnet. Laut Branchendienst Tecson lag der Durchschnittspreis für den Liter Heizöl am Dienstag bundesweit bei 56,60 Euro pro 100 Liter, nachdem er 2020 zeitweise um 40 Euro pendelte. Aktuell würden 3000 Liter damit um die 1700 Euro kosten. Im Vergleich: Im November 2018 kosteten 100 Liter Heizöl 84 Euro. Mit der Erhöhung am 1. Januar 2021 geht Tecson bei einer 3000-Liter-Füllung von rund 300 Euro mehr als im Jahr 2020 aus.

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Auch an der bft-Tankstelle wurden diese Erfahrungen gemacht. „Es gibt keine Hamsterkäufe“, sagt Monika Reckers. Zumal die Preise in der letzten Zeit sowieso schon gestiegen seien. Dass Kunden die Kanister auffüllten, um auf Vorrat zu lagern, habe sie nicht beobachten können. Insgesamt habe sie jedoch aufgrund der Corona-Pandemie einen Rückgang der Umsätze feststellen müssen. „Es wird ja nun mal weniger gefahren“, stellt die Inhaberin dazu fest. Trotzdem vermutet sie: „Ab Freitag werden die Kunden vermutlich schimpfen, wenn sie für den erhöhten Preis tanken müssen.“

Ein kleiner Trost hinsichtlich der Preiserhöhungen: Mit dem Jahresbeginn wird auch die Entfernungspauschale für Pendler erhöht. Ab dem 21. gefahrenen Kilometer gibt es statt bislang 30 Cent nun 35 Cent – vom Finanzamt. Damit sollen die Mehrkosten durch die CO-Abgabe in Teilen für die Kfz-Fahrer wieder ausgeglichen werden.

Wer im neuen Jahr seinen Heizöltank auffüllen lässt, wird ebenso tiefer in die Tasche greifen müssen wie die Kfz-Fahrer. Denn auch für diesen Brennstoff ist nach dem Jahreswechsel die CO-Abgabe zu entrichten. Da Hauseigentümer oft Mengen von 2000 Litern aufwärts bestellen, wird die Abgabe in der Gesamtsumme deutlich spürbarer und beläuft sich dann auf mehrere hundert Euro Unterschied. Ein Grund dafür, dass bei den Öllieferanten in den letzten Monaten die Telefone heiß liefen. Die vielen Bestellungen sorgten dafür, dass die Tankwagen ständig unterwegs waren und eine kurzfristige Order nicht mehr berücksichtigt werden konnte.

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