Helma Grontzki serviert den Vögeln Kuchen
Tortenschlacht im eigenen Garten

Warendorf -

Das Auge ist bekanntlich mit, und so dürfen sich die Vögel freuen, die den Garten der Familie Grontzki besuchen. Dort warten nicht nur leckere, sondern auch optisch ansprechende Vogeltorten.

Samstag, 02.01.2021, 15:43 Uhr aktualisiert: 02.01.2021, 15:50 Uhr
Foto: Monika Vornhusen

Schöner könnte der Tisch im Advent für die heimischen Vögel im Garten der Familie Grontzki in Warendorf wirklich nicht gedeckt sein. Vogeltorten – zum Anbeißen oder besser zum Anpicken. Hübsche Formen und Farben haben die Küchlein für das Federvieh, manche sind sogar in verschiedenen Schichten gefärbt und mit einer breiten Auswahl an Leckereien verziert.

Und wenn die Vogeltorten dann eine bunte Gesellschaft an heimischen Vögeln in ihren Garten locken, freut Helma Grontzki sich nicht nur, weil die Vögel so gut über den Winter kommen. Sie sucht sich dann im Garten auch ein stilles Plätzchen und wartet dort mit ihrer Fotokamera geduldig, bis die Meisen, Rotkehlchen, Amseln und Co. mit Wonne picken. Perfekte Fotomotive – ein weiteres Hobby der gebürtigen Niederländerin.

Ich habe mich langsam herangetastet und zuvor natürlich viel dafür gesammelt.

Helma Grontzki

Die Idee mit den Vogeltorten liegt eigentlich schon mehr als fünf Jahre zurück, erinnert sich Helma Grontzki im WN-Gespräch. „Ich war im Urlaub in Holland“, erzählt sie, „ich erinnere mich genau an meine erste Begegnung mit einer Vogeltorte.“ Es war nach einem Spaziergang, der mit einem ordentlichen Regenguss endete. „Wir mussten in ein am Weg liegendes Restaurant flüchten. Und während der Regen gegen die Scheiben prasselte, habe ich draußen auf der Terrasse des Restaurants diese wunderschön verzierten Vogeltorten entdeckt.“ Und ihre Reaktion kam umgehend: „Das möchte ich unbedingt einmal ausprobieren.“ Es ging noch einige Zeit ins Land, bis die Warendorferin sich vor drei Jahren dann an das Projekt „Vogeltorten“ herangetraut hat. „Ich habe mich langsam herangetastet und zuvor natürlich viel dafür gesammelt.“ Ob alte Tasse oder Gefäße, ob Baumrinden, Nüsse oder Tannenzapfen aus dem Wald – für die Vogeltorten ist vieles ideal verwertbar.

Insbesondere in diesem Jahr der Corona-Pandemie hat Helma Grontzki ganz viel Herzblut in ihre „Torten-Kreationen“ gelegt. „Ich verschenke die Torten sehr gerne, an Freunde, Nachbarn und alle, die ich so kenne.“

Statt Blumen sind die Torten eigentlich immer ein schönes Geschenk, zumal sie hier in Deutschland eher unbekannt sind.

Helma Grontzki

Gerade für ältere Menschen seien die Torten auch ein besonders schönes Geschenk. „Statt Blumen sind die Torten eigentlich immer ein schönes Geschenk, zumal sie hier in Deutschland eher unbekannt sind. In den Niederlanden gab es eher vor Jahren schon einen echten Hype rund um die Vogeltorten.“ Der sei aber jetzt mittlerweile schon wieder abgeklungen. Natürlich würden sie die hübschen „Kuchen“ auf einem Terrassentisch optisch gut machen. „Allerdings muss man darauf achten, wo man sie wirklich hinstellt, denn wenn die Vögel erst einmal mit dem Picken beginnen, dann verspritzen sie natürlich auch die fettigen Kerne, das verträgt so manche Tischplatte nicht so gut.

Das ist nicht zuletzt auch ein Grund, weshalb ihre Torten zumeist schon ein gesägte Baumscheibe als Untergrund haben, damit geht es schon etwas robuster zu, wenn die Vögel am Ende vielleicht auch noch die letzten Reste weg picken.

Auch in Sträucher oder auf dicken Ästen lassen sich die Vogeltorten gut deponieren. „Dann zeigen die Vögel natürlich am wenigstens Scheu und sie versammeln sich dann gerne an diesen geschützten Futterplätzen.“ Auch andere Gartenbewohner finden sich gerne rund um die Torten ein; darunter die Eichhörnchen und die Tauben. Im Bastelkeller von Helma Grontzki ist die „Tortenproduktion“ noch in vollem Gange – in den Regalen finden sich die passenden Füllgefäße für die Futterangebote. In den vielen kleinen Karton schlummern hübsche Verzierungen: getrocknete Orangen- oder Apfelscheiben, Kirschen, rote Beeren, Nüsse Tannen- oder Kiefernzapfen – alles, was der Warendorfer eben just bei einem Spaziergang durch den Wald vor die Nase kommt. „Drei Nüsse für ‚Aschenbrödel“, so könnte man fast annehmen. Für die kreativen Vogeltorten unterstützt Helma Grontzki auch gerne das „Horizonte-Projekt in Ennigerloh. „Hier werde ich oft fündig, es gibt dort so schönes Porzellan, dass ich als Gefäß für die Futter-Kreationen verwenden kann.“ Vor Beginn der Produktion ihrer Vogeltorten hat die Warendorferin sich extra beim NABU informiert, wie die Torten von der Nahrhaftigkeit für die Vögel optimal gestaltet sein sollten.

„Einfach eine kreative Beschäftigung“

Mittlerweile ist die Tortentechnik im Hause Grontzki schon viele Male verfeinert worden. Da gibt es jetzt angedeutete Schichten in einem zarten Rose oder in einem hellen Gelb-Ton. Ebenso wie in einer Zuckerbäckerei – nur nicht mit Zucker.

„Für mich ist das einfach eine kreative Beschäftigung, bei der ich richtig gut abschalten kann“, sagt Helma Grontzki und freut sich umso mehr, dass sie mittlerweile mit ein wenig Geduld auch unglaublich schöne Fotos von den gefiederten Gästen in ihrem Garten schießen kann. Da haben zwei Hobbys eher durch Zufall eine wunderbare Verbindungen gefunden.

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