Polizei zieht Bilanz
Ausreißer in einer ruhigen Silvesternacht

Münsterland -

„Insgesamt friedlich“, „nix Gravierendes“, „vorbildliches Verhalten“ – die Polizeibehörden im Münsterland ziehen nach der Corona-Silvesternacht eine positive Bilanz. Obschon es auch in diesem Jahr einige Einsätze 

Freitag, 01.01.2021, 17:20 Uhr aktualisiert: 02.01.2021, 10:18 Uhr
Im Münsterland hatte die Polizei eine verhältnismäßig ruhige Silvesternacht. Foto: dpa (Symbolbild)

Weniger Einsätze als in anderen Silvesternächten und insgesamt kaum Verstöße gegen die Coronaregeln – so lässt sich zusammenfassen, was die Polizei im Münsterland am Neujahrstag vermeldet. 

„Insgesamt friedlich“ war die Nacht etwa nach Angaben der Polizei Warendorf. Die Polizei Münster nannte das Verhalten der Bürgerinnen und Bürgern „vorbildlich“. Im Kreis Borken wurden immerhin acht Strafverfahren – hauptsächlich wegen Körperverletzungs- und Sachbeschädigungsdelikten – sowie sieben Ordnungswidrigkeitenverfahren nach Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung eingeleitet. Bei der Polizei in Coesfeld ist von einem insgesamt „sehr ruhigen Jahreswechsel“ die Rede. Auch für die Polizei im Kreis Steinfurt war es eine ruhige Nacht. Wenig Einsätze, „nix Gravierendes“, teilte die Pressestelle mit. Es habe keine Brennpunkte gegeben, wo die Polizisten einschreiten mussten. 

Betrunken der Polizei die Vorfahrt genommen

Völlig ruhig war es in der Silvesternacht dennoch nicht. Die Polizeikräfte im Münsterland mussten zu zig Einsätzen ausrücken. Eine Auswahl:

In Borken hat eine betrunkene Autofahrerin ausgerechnet einer Polizeistreife die Vorfahrt genommen und gleich zum Jahresbeginn ihren Führerschein eingebüßt. Die 44-Jährige war nach Polizeiangaben am frühen Neujahrsmorgen in einem Kreisverkehr beinahe mit dem Streifenwagen zusammengestoßen. Die Beamten konnten jedoch noch rechtzeitig bremsen. Bei der Kontrolle ergab sich der Verdacht, dass die Frau betrunken sei. Ein erster Atemtest ergab laut Mitteilung 1,5 Promille. Die Autofahrerin musste anschließend zur Blutprobe. Ihr wurde die Weiterfahrt untersagt.

In Oelde (Kreis Warendorf)trafen Polizisten bei ihrer Streifenfahrt um kurz nach Mitternacht auf einen 26-Jährigen, der eine Schreckschusswaffe in der Hand hielt. Der Oelder gab zu, kurz vorher damit mehrfach in die Luft geschossen zu haben. Daraufhin stellten die Beamten die Waffe sowie Munition sicher und leiteten gegen den jungen Mann ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ein.

In Ostbevern (Kreis Warendorf) stürzte ein 17-Jähriger mit seinem Fahrrad in Höhe einer Tankstelle an der B 51. Der alkoholisierte Jugendliche gab an, dass er zuvor
von drei Personen aus einem weißen Kastenwagen heraus bedroht worden sei. Die Drohung habe der 17-Jährige ernst genommen, so dass es bei der Flucht zu dem Sturz gekommen sei.

In Münster kletterte ein ebenfalls 26 Jahre alter Mann auf einen Baukran. Nach knapp drei Stunden gelang es Polizeikräften, den jungen Mann zum Verlassen des Krans zu bewegen.

Autofahrer holt Baseballschläger

In Coesfeld wurde ein Auto in einer Hauseinfahrt stark beschädigt. Die Polizei vermutet, dass ein Silvesterböller im Auspuffendrohr des Wagens angezündet wurde. Durch die Explosion wurde das Heck des Autos beschädigt, dabei sei „erheblicher Sachschaden“ entstanden.

Ein Streit zwischen zwei Autofahrern in Raesfeld (Kreis Borken) ist in der Silvesternacht völlig aus dem Ruder gelaufen. Zuerst schlug ein 34-Jähriger aus Wesel einem 20-jährigen Dortmunder mit der Faust ins Gesicht, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Auslöser soll die Geschwindigkeit des Dortmunders gewesen sein. Ob er zu schnell oder zu langsam unterwegs war, konnte Polizei nicht mehr sagen. Nach dem Faustschlag holte der 34-Jährige einen Baseballschläger aus seinem Fahrzeug, schlug auf das andere Auto ein und flüchtete anschließend. Die anrückenden Beamten fanden in dem unverschlossenen Auto illegale Feuerwerkskörper und eine selbstgebastelte Böllerkonstruktion. Die Polizei stellte die Funde, Schlüssel und Fahrzeugschein sicher. Bei der Überprüfung hatten sie festgestellt, dass der Wagen nicht mehr ordnungsgemäß gemeldet war.

Im Polizeigewahrsam endete für einen 61-Jährigen die Silvesternacht in Ahaus (Kreis Borken) nachdem er einen jüngeren Mann mit einer Schreckschusswaffe bedroht haben soll. Nach Angaben des 25-jährigen Geschädigten habe der Mann gegen 0.20 Uhr mit einer Schreckschusspistole vor seinem Haus in die Luft geschossen und nach einem kurzen verbalen Streit mit der Waffe in seine Richtung gedroht. Nach Angaben des 25-Jährigen, der in Begleitung zweier Kinder im Alter von elf und neun Jahren war, hatte der ältere Mann beleidigend auf einen Neujahrsgruß geantwortet, woraufhin ihm der 25-Jährige die Waffe aus der Hand genommen habe. Mit einer im Holster getragenen zweiten Schreckschusswaffe habe der ältere Mann dann erneut gedroht und die Herausgabe der ersten Waffe gefordert. Dem sei er dann nachgekommen, schilderte der 25-Jährige. Der 61-Jährige gab gegenüber den Polizeibeamten an, dass er grundlos die Waffe abgenommen bekommen habe. Gedroht habe er nicht. Vielmehr sei er mit Böllern beworfen worden. In der Wohnung des 61-Jährigen stellte die Polizei die zwei Schreckschusswaffen, den „kleinen Waffenschein“ sowie Munition sicher. Der „stark alkoholisierte“ Mann sei zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam genommen worden.

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