Tauschgeschäft ist perfekt
Feuerwehr zieht in Edeka-Markt

Tecklenburg-Brochterbeck -

Der Markt zieht auf das Feuerwehrgelände, und die Feuerwehr in den Edeka. Ein Tauschgeschäft, das beide Seiten freut.

Donnerstag, 07.01.2021, 21:13 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 21:20 Uhr
Der Agritura-Edeka-Markt an der Wechter Straße platzt aus allen Nähten. Er zieht um in einen Neubau, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstehen soll. Foto: Ruth Jacobus

Die Verträge sind unterschrieben, der Bauantrag wird vorbereitet: Der Raiffeisen- und Edeka-Markt an der Wechter Straße zieht in einen Neubau. Dafür muss das gegenüber liegende Feuerwehrgerätehaus weichen. Es wird abgerissen. Einen detaillierten Zeitplan gibt es noch nicht, aber: „In diesem Jahr soll es losgehen.“ Das bestätigte Agritura-Geschäftsführer Jürgen Aumann auf Anfrage dieser Zeitung.

Bereits Mitte 2019 war das „Tauschgeschäft“ seitens der Stadt angekündigt worden. Der Markt zieht auf das Feuerwehrgelände und die Feuerwehr in den – dann ehemaligen – Markt. Die Stadt hat das Grundstück, auf dem das Gerätehaus steht, an die Agritura-Raiffeisen verkauft.

Die aktuelle Situation im Markt bezeichnet Aumann als „grenzwertig“. Die Verkaufsfläche ist mit rund 400 Quadratmetern mittlerweile zu klein, auch an Parkplätzen fehlt es. Der neue Markt soll knapp 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Die Feinheiten des Neubaus würden derzeit mit dem Architekten besprochen. Dann solle der Bauantrag eingereicht werden. Nicht nur die Kunden, „auch die ganze Mannschaft des Marktes freut sich auf den Neubau“, weiß Aumann. „Das alte Gebäude ist in die Jahre gekommen.“

Nicht nur die Kunden, auch die ganze Mannschaft des Marktes freut sich auf den Neubau.

Geschäftsführer Jürgen Aumann

Und was passiert mit der Feuerwehr? Ein Großteil der Fläche, auf dem der neue Markt entstehen soll, befindet sich hinter dem Feuerwehrhaus. Dort werde mit dem Bau angefangen. Das Feuerwehrhaus müsse nicht sofort abgebrochen werden, erläutert Franz-Josef Kordsmeyer, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Für die Übergangszeit habe die Stadt in Brochterbeck eine Gewerbehalle für den Löschzug Brochterbeck angemietet. Dort werden dann unter anderem die Einsatzfahrzeuge untergebracht, während das alte Gebäude abgerissen wird und der neue Markt entsteht. Zieht Edeka aus, werden die Geschäftsräume für die Feuerwehr saniert und umgebaut. „Es wird eins ins andere greifen“, schildert Kordsmeyer. Das alte Feuerwehrgerätehaus ist Anfang der 1960er Jahre erbaut worden und dringend sanierungsbedürftig.

Dass es verhältnismäßig lange gedauert hat, bis alles spruchreif geworden ist, liegt unter anderem an Corona. „Die Pandemie frisst Zeit.“ So drückt es Jürgen Aumann aus. Direkte Gespräche, zum Beispiel mit dem Architekten, seien nicht möglich. Alles laufe über Teams-Konferenzen. „Am großen Tisch ist das einfacher.“

Doch der Geschäftsführer kann der negativ behafteten Zeit auch Positives abgewinnen. Gerade in den Dörfern besinne sich der Kunde wieder auf die Märkte in der Nähe und hetze nicht den Sonderangeboten in Geschäften an anderen Orten hinterher. Dass das auch künftig so bleibt, dagegen hätte er nichts einzuwenden.

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