Corona-Lockdown
Einzelhandel fühlt sich von der Politik im Stich gelassen

Münsterland. -

Der Einzelhandel leidet stark unter dem Lockdown. Besonders massiv betroffen sind die Textileinzelhändler.

Freitag, 08.01.2021, 19:49 Uhr
Der Textileinzelhandel leidet massiv unter dem derzeitigen Lockdown. Foto: dpa

„Vielen Einzelhändlern steht doch längst der Schweiß der Existenzangst auf der Stirn.“ Und Michael Radau, Präsident des Handelsverbands NRW, hat Verständnis für die wachsende Wut auf die Bundesregierung, „denn die von Bundesfinanzminister Scholz in Aussicht gestellten Gelder als Ausgleich für die Zwangsschließung fließen so gut wie nicht“. Prof. Timm Homann, Vorstandsvorsitzender der Modekette „Ernsting´s family“, pflichtet ihm bei.

„Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 haben wir noch gute Miene zum bösen Spiel gemacht, jetzt beraubt man uns mit den Monaten Dezember und Januar einer tragenden Existenzsäule, es handelt sich hier schließlich um die umsatzstärksten Monate des Jahres. Wir wollen keine Geschenke, wir wollen eine gerechte Lastenverteilung, wir fordern eine Öffnungsperspektive für den Einzelhandel für die Zeit nach dem 31. Januar.“

Unternehmer und Verbände werfen Scholz vor, ständig die elf Mrd. Euro des Unterstützungsprogramms plakativ und süffisant zu kommunizieren, „im Grunde genommen aber möchte er möglichst wenig Geld davon auch auszahlen“, so Homann. Die Anspruchsvoraussetzungen seien viel zu hoch. Scholz liegt inzwischen ein geharnischter Brief des Handelsverbands Deutschland zur desaströsen Lage des Einzelhandels vor.

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