Thomas Lehmkühler gewinnt Deutschen Songwriting Award
Ein Song gegen den Virus

Saerbeck -

Es ist ein Song ohne Worte. Er heißt „Virus“. Und mit seinen melancholischen Klängen greift er die Stimmung der Zeit auf. Offenbar so gut, dass Thomas Lehmkühler jetzt damit einen der Preise beim German Songwriting Award gewonnen hat.

Mittwoch, 03.02.2021, 10:30 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 14:17 Uhr
Thomas Lehmkühler ist Berufsmusiker. Jetzt er einen der deutschen Songwriting Wettbewerb – in der Sparte Filmmusik – gewonnen. Foto: Privat

„Am Freitag wird er veröffentlicht“, sagt der 42-Jährige.

Lehmkühler ist Berufsmusiker. Er hat ein Studio im Haus seiner Eltern in Saerbeck am Heckenweg. Dazu ein eigenes Plattenlabel und viele Schüler, die er auch in der Corona-Pandemie unterrichtet: „Eigentlich sogar noch mehr als vorher“, sagt der junge Vater, der gerade in Elternteilzeit ist.

Seinen Schüler bringt er mit der Konferenzsoftware Zoom Keyboard, Klavier oder Songwriting bei. So arbeitet er auch an der Nottulner Musikschule, denn mit seiner Familie wohnt er im Ortsteil Darup.

Einigen Schülern habe er schon dabei geholfen, sich für den Deutschen Songwriter Wettbewerb zu bewerben sagt Lehmkühler, der seit über zehn Jahren sein Reality Tonstudio in Saerbeck betreibt.

Selbst teilgenommen hat er nun zum ersten Mal. Mit einer Komposition, die in der Rubrik „Music for motion pictures“ startete, also Filmmusik. „Eigentlich sonderbar“, sagt er, „dass man bei einem deutschen Song-Wettbewerb alles auf englisch benennen muss.“

In Kooperation mit dem WDR: Saerbecker gewinnt Preis für „Virus“-Song

Die Konkurrenz war groß, insgesamt hätten sich an die 4000 Songschreiber mit ihren Stücken an dem Wettbewerb beteiligt. Die Endausscheidung fand im vergangenen Dezember in Berlin statt.

Und dabei landete „Virus“ in seiner Kategorie auf dem ersten Rang. Ein Song, so sagt der Komponist, der von der Sehnsucht handelt: „Der Sehnsucht danach, dass diese Corona-Zeit bald hoffentlich ein Ende nimmt, damit wir endlich wieder zusammen lachen, feiern, auf Konzerte gehen können.“

Normalerweise finden die Siegerehrungen für den Songwriting Awards in gepflegtem Ambiente in Berlin statt. Mit feiern, lachen, Konzerten. Davon konnte in diesem Jahr kein Rede sein. Die Gewinner wurden in einer virtuellen Award-Show präsentiert.

Geld gibt es für den ersten Platz zwar nicht, dafür aber Ehre und Werbung. „Der Song wird in dieser Woche auf dem Label der Veranstalter veröffentlicht“, sagt Lehmkühler, „und sie machen bundesweit dafür Promotion.“ Für den Fall, dass er nicht den ersten Preis abgesahnt hätte, hatte er bereits Plan B in der Tasche. Er kann‘s ja auch selber: „Dann hätte ich den Song selbst veröffentlicht.“

Er hat schon mal vorsorglich ein Video produziert. Das Titelblatt für die Songhülle ist schwarz – passend zur aktuellen Pandemie-Stimmung.

Studiert hat der Saerbecker übrigens in Münster: Musikproduktion und Keyboard. In seinem Studio kann er beides gut verbinden. Da produziert er schon mal so schlichte Sachen wie die Herrencombo, die zum Junggesellenabschied was Selbstgemachtes mitbringen will. Oder den Kinderchor, der für einen Geburtstag sing.

Aber auch Musiker wie den Grevener Liedermacher Christian Lötters nimmt er professionell auf. Schon die dritte CD hat er mit ihm im Studio am Heckenweg aufproduziert. Lehmkühler spielt dabei auch selbst Instrumental-Spuren ein. „Und zusammen waren wir auch auf vielen Konzerten in Deutschland“, sagt er. Er organisierte und begleitet bereits etliche Touren – bis Corona kam.

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