Wintereinbruch
Höchste Unwetter-Warnstufe für Teile Westfalens

Essen -

Der Deutsche Wetterdienst hat wegen des erwarteten heftigen Wintereinbruchs die höchste Unwetterwarnstufe für Teile Westfalens ausgegeben. Räumdienste und Einsatzkräfte bereiteten sich am Samstag auf einen der größten Einsätze seit Jahren vor. Auch die Bahn setzte ihre Schneeräumtrupps in Bereitschaft, warnte aber trotzdem vor möglichen Zugausfällen.

Samstag, 06.02.2021, 12:37 Uhr aktualisiert: 06.02.2021, 15:06 Uhr
Foto: dpa (Symbolbild)

Besonders betroffen sein werde vermutlich die Region vom Kreis Lippe über Bielefeld und Paderborn bis nach Münster und Unna. Für dieses Gebiet gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) ab Samstag 21.00 Uhr eine Warnung vor starkem Schneefall und ab Mitternacht vor extrem starken Schneeverwehungen heraus. In vielen Regionen sei mit 15 bis 30 Zentimeter Schnee zu rechnen, teilweise seien sogar 40 Zentimeter möglich. Zusätzlich verschärft werde die Lage, weil ein starker Ostwind den lockeren Schnee verwehen und örtlich sehr hoch auftürmen könne.

Für viele weitere Regionen in NRW warnte der Wetterdienst noch mit der zweithöchsten Warnstufe vor starkem Schneefall. „Straßen und Schienenwege können unpassierbar sein. Vermeiden Sie alle Autofahrten!“, warnten die Meteorologen. Erst am Sonntagabend werde sich die Lage entspannen.

Südlich dieser von starkem Schneefall betroffenen Regionen rechnen die Meteorologen zudem mit einem gefährlichen Eisregen. Wo genau in NRW es besonders glatt werden könnte, sollten die Wettermodelle im Laufe des Samstagnachmittags zeigen. Betroffen sein könnten vor allem das Ruhrgebiet, Südwestfalen und der Niederrhein.

Warnung der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn warnte am Samstag davor, dass es auch im Schienenverkehr zu starken Einschränkungen kommen könne. Die Menschen sollten sich an die Warnung des Deutschen Wetterdienstes halten und wenn möglich zu Hause bleiben, sagte eine Sprecherin. Auf ihrer Internetseite teilte die Bahn mit, dass die Mobilitätsgarantie, die sonst für Fahrgäste im Regionalverkehr in NRW gilt, ab Sonntag wegen des Unwetters nicht gelte. Wer mit dem Zug nicht mehr an sein Ziel komme, könne dann zum Beispiel nicht wie sonst auf Kosten der Bahn in ein Taxi umsteigen.

Im Norden Deutschlands waren am Samstag vorsorglich schon einige Verbindungen im Fernverkehr eingestellt worden. In Nordrhein-Westfalen war davon allerdings nur die Intercity-Verbindung von Münster nach Norddeich Mole betroffen.

Räumdienste stehen bereit

Auch auf den Autobahnen bereiteten sich die Räumdienste auf einen Großeinsatz vor. „Wir stehen bereit, unsere 440 Straßenwärter und Straßenwärterinnen sind in Bereitschaft versetzt. Sie werden am Wochenende wohl nicht viel Schlaf bekommen“, sagte der Sprecher der Autobahn GmbH Westfalen, Bernd Löchter, in Hamm. Er appellierte an die Autofahrer, nur mit vollem Tank, Winterreifen und Decken zum Wärmen loszufahren. Sie sollten außerdem überlegen, ob die Fahrt wirklich notwendig ist.

Das Schneechaos im Münsterland 2005

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    Verkehrschaos am Schöppinger Berg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schneechaos

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linienbus bei Legden

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nathalie Licard mit der Spezial-Schneekugel aus der Harald-Schmidt-Show.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In einer Notunterkunft in Ochtrup werden am Sonntagmorgen (27.11.2005) Kinder mit warmen Getränken und etwas Essen versorgt.

    Foto: dpa
  • Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Unter schneebedeckten Stromleitungen fährt ein Fahrzeug der Straßenmeisterei am Samstag (26.11.2005) über die Autobahn A31 im münsterländischen Heek. Die Autobahn wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.

    Foto: dpa
  • Umgeknickte Strommasten zwischen Altenberge und Laer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Chaos am Schöppinger Berg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nichts geht mehr am Bahnhof Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Versorgung in Leer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup sitzen am Sonntagmorgen (27.11.2005) Petra, das Kleinkind Andre und Andreas.

    Foto: dpa
  • Im münsterischen Hauptbahnhof wurden gestrandete Bahnreisende im Schutzbunker betreut.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup sitzen am Sonntagmorgen (27.11.2005) Bewohner des Ortes, der seit mehr als 48 Stunden ohne Strom ist, beim Frühstück.

    Foto: dpa
  • Ein Schneemann in Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schnee 2005 in Borghorst.

    Foto: Cornelia Balzer
  • In einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup versorgen Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Sonntagmorgen (27.11.2005) die Bewohner des Ortes, der seit mehr als 48 Stunden ohne Strom ist.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kochen mit Teelichtern: Christel (r.) und Christian Materne und Nachbarin Anne Hassenflug aus Burgsteinfurt machen Dosensuppe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Umgeknickte Strommasten stehen am Montag (28.11.2005) auf einem Feld bei Laer in der Nähe von Münster.

    Foto: dpa
  • Kochen mit Teelichtern: Christel (r.) und Christian Materne und Nachbarin Anne Hassenflug aus Burgsteinfurt machen Dosensuppe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Umgeknickte Strommasten zwischen Altenberge und Laer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein Gastkocher macht es möglich: Monika Meier von der Kreisrotkreuzleitung versorgt die Einsatzkräfte mit heißer Suppe.

    Foto: Anne Eckrodt
  • Wenn nichts mehr geht: Autos aus dem Schneegestöber schieben war am Wochenende des 25./26. November 2005 wohl noch eine der leichteren Übungen. Die Ereignisse in Ochtrup und Umgebung haben aber gezeigt, dasss ich die Menschen gegenseitig helfen.

    Foto: Beile
  • Jürgen Rüttgers zu Besuch in Ochtrup.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vor einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup wärmt sich ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Sonntagmorgen (27.11.2005) mit einem Becher heißem Tee auf.

    Foto: dpa
  • Schneekugel aus der Harald-Schmidt-Show,

    Foto: Anne Eckrodt
  • Mitarbeiter von RWE bei der Reparatur der Hochspannungsleitungen bei Ahaus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • RWE-Monteure schrauben am Montag (28.11.2005) bei Ochtrup einen Notstrommast für die Starkstromleitung zwischen Gronau und Ochtrup zusammen.

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  • Fachleute des Energieversorgers RWE reparieren am Sonntag (27.11.2005) nahe dem münsterländischen Ochtrup eine Stromüberlandleitung.

    Foto: dpa
  • In einer Notunterkunft im münsterländischen Ochtrup kümmert sich Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Sonntagmorgen (27.11.2005) um die Einheimischen.

    Foto: dpa
  • Unter schneebedeckten Stromleitungen fährt ein Fahrzeug der Straßenmeisterei am Samstag (26.11.2005) über die Autobahn A31 im münsterländischen Heek.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwei Techniker reparieren am Sonntag (27.11.2005) in Leeden (Kreis Steinfurt) eine Stromleitung, die sich in einer Winterlandschaft mit schneebehangenen Bäumen befindet.

    Foto: dpa

Auch die Energieversorger waren alarmiert und hatten zahlreiche Techniker in Bereitschaft versetzt, um bei Stromausfällen schnell reagieren zu können. So schlimm wie im November 2005, als im Münsterland schwerer Schnee an den Stromleitungen kleben blieb, Masten umknickten und Zehntausende Haushalte tagelang ohne Strom waren, werde es aber diesmal wohl nicht. Dafür sind die Temperaturen nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes zu niedrig.

Auswirkungen auf Impf-Start?

Einige Kreise im Norden von NRW halten es für möglich, dass der viele Schnee auch am Montag noch für starke Verkehrsbehinderungen sorgt. Das könnte Auswirkungen auf den Start der Corona-Impfzentren haben, in denen landesweit erstmals Menschen ab 80 Jahren geimpft werden sollen, die zu Hause leben. Einige Kreise wie Borken, Warendorf und Steinfurt haben Senioren mit Impftermin daher die Möglichkeit gegeben, erst Dienstag zum jeweiligen Impfzentrum zu fahren.

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