Laumann garantiert Ausweichtermine
Impfzentren im Münsterland trotzen Schnee

Münsterland/Düsseldorf -

Impfstart unter erschwerten Bedingungen: Am Montagnachmittag öffneten die Zentren – doch die Anfahrt war wegen des Schnees schwierig für die Senioren, die einen Termin für den ersten Tag ergattert hatten. Dennoch kamen die meisten.

Montag, 08.02.2021, 19:40 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 21:54 Uhr
Landtagsabgeordneter Dietmar Panske, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, Dr. Ciprian Wagner, Edith Holthöwer, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und der Leiter des Impfzentrums, Kai Wermelt, waren beim Impfstart im Impfzentrum des Kreise Coesfeld in Dülmen dabei. Foto: Kreis Coesfeld

Die Impfung selbst ist nur ein Piks. Doch für die meisten Senioren ab 80 Jahren, die am Montag einen Termin in den erstmals geöffneten Impfzentren hatten, war es ein beschwerlicher Tag: Das Schnee-Chaos machte die Anreise schwierig, für manche gar unmöglich. Doch die meisten Senioren nahmen nach ersten Einschätzungen ihren Termin wahr.

Auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) berichtete, dass der Start in den 53 NRW-Impfzentren vom „harten Wintereinbruch“ beeinträchtigt worden sei – gerade im Münsterland. Ältere Menschen, die ihren Termin nicht wahrnehmen konnten, können an diesem Dienstag zur gleichen Uhrzeit ins Impfzentrum kommen – ohne sich vorher anzumelden. Die Regelung soll auch für die kommenden Tage gelten. „Wir werden das ganz pragmatisch und den alten Menschen zugewandt lösen“, kündigte Laumann an.

Fünf Zentren im Münsterland

Im Münsterland wird seit Montagnachmittag in Velen (Kreis Borken), Ennigerloh (Kreis Warendorf), Greven (Kreis Steinfurt), Dülmen (Kreis Coesfeld) und Münster geimpft. Zunächst wurde mit insgesamt gut 1000 Impfungen pro Tag geplant, doch die Zahlen werden steigen. „Wir rechnen mit einem ­erheblichen Mehr an Impfstoff“, sagte etwa Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker. Und im Kreis Steinfurt soll ab Freitag im Vollschichtbetrieb geimpft werden – dank zusätzlicher Impfdosen.

Es geht voran

Auch bei der Impfterminvergabe für die zu Hause lebenden Menschen im Alter ab 80 Jahren gehe es „trotz aller Probleme, die ich gar nicht leugnen will, voran“, berichtete derweil Minister Laumann. So seien mittlerweile 673 000 Termine für eine Erstimpfung vergeben. In Westfalen-Lippe gab es am Montagmittag noch 63 000 freie Termine, im Rheinland 36 000. Laumann geht davon aus, dass die Anmeldungen in den nächsten Tagen „weitgehend abgeschlossen“ werden. Wegen der noch relativ geringen Impfstofflieferungen rechnet Laumann noch nicht damit, dass schon mit Impfungen in Hausarztpraxen begonnen werden kann.

Kein Verständnis für Vordrängler

Scharfe Worte fand er für Menschen, die sich bei Impfungen vorgedrängelt haben. „Ich habe für dieses Vor­drängeln überhaupt kein Verständnis.“ Trotzdem sei er gegen strafrechtliche Sanktionen. Seiner Meinung nach reiche es, dass die Öffentlichkeit ein Urteil über die Vordrängler fälle.

Erstimpfungen in Heimen „fast durch“

Die Erstimpfungen in den 2300 NRW-Altenheimen sind nach Angaben von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) fast abgeschlossen. Man sei „so gut wie durch“, sagte er am Montag. „Wir ­haben damit eine kleine, aber wichtige Etappe erreicht.“ Denn schließlich habe sich jeder zweite ­Todesfall in Zusammenhang mit Corona in einer stationären Pflegeeinrichtung ereignet, berichtete Laumann. 489 000 Menschen seien in NRW mittlerweile zum ersten Mal gegen das Coronavirus geimpft worden, 330 000 davon hätten bereits ihre zweite Impfung erhalten. Auch die ­Situation in den Krankenhäusern habe sich „deutlich entspannt“. In den NRW-Kliniken seien 973 Intensivbetten frei. (sb)

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