Dramatische Minuten am Emsufer
Monty aus dem Eis gerettet

Ladbergen/Greven -

Wir hatten Glück im Unglück“, sagt die Ladbergerin Elisabeth Dütsch erleichtert. Was passiert wäre, wenn nicht zufällig jemand vorbeigekommen wäre, der heldenhaft geholfen hätte – das mag sie sich kaum ausmalen. „Die Geschichte wäre ganz anders ausgegangen“, sagt sie über jene dramatischen Minuten, die sich am Dienstag gegen 16 Uhr in Greven abgespielt haben.

Donnerstag, 11.02.2021, 18:40 Uhr aktualisiert: 11.02.2021, 21:12 Uhr
Elisabeth Dütsch ist heilfroh, dass ihr Monty aus der kalten Ems gerettet wurde. Foto: Privat

„Wir hatten Glück im Unglück“, sagt Elisabeth Dütsch erleichtert. Was passiert wäre, wenn nicht zufällig jemand vorbeigekommen wäre, der heldenhaft geholfen hätte – das mag sie sich kaum ausmalen. „Die Geschichte wäre ganz anders ausgegangen“, sagt sie über jene dramatischen Minuten, die sich am Dienstag gegen 16 Uhr abgespielt haben.

Doch diese Geschichte, die mit einem zunächst idyllischen Spaziergang der winterlichen Ems begann, ging zum Glück gut aus. Elisabeth Dütsch aus Ladbergen geht es gut, ihrem Hund Monty, der eine Hauptrolle spielt, ebenso. Und auch dem Helfer Marcin Skurski, der beherzt zur Tat schritt.

Elisabeth („Lilli“) Dütsch war mit ihrer Freundin Larissa Nientiedt aus Greven und ihren jeweiligen Hunden Monty und Amy an der teils zugefrorenen Ems unterwegs. „Tolles Panorama. Sonne und Schnee. Kaiserwetter“, erinnert sich die Hundehalterin.

Doch plötzlich riss sich Monty los, rannte den steilen Wall hinunter zum Ufer, er jagte drei Bisonratten hinterher. Und schon war es geschehen. Monty brach im Eis ein. „Ich wurde panisch“, erinnert sich Lilli Dütsch, die zum Ufer eilte. Instinktiv zog sie den Mantel aus und stapfte in die Ems. Doch schon 20 Zentimeter vom Rand entfernt stand sie hüfthoch im eiskalten Wasser.

Marcin Skurski, der mit seiner Familie an der Ems spazieren ging, reagierte blitzschnell. „Gehen Sie raus aus dem Wasser! Ich gehe rein“, habe er gerufen. „Er zögerte nicht lang, sondern ging mit großen Schritten durch das Eiswasser, bis ihm das Wasser auf Brusthöhe stand“, erinnert sich die Ladbergenerin. Es gelang ihm, Monty, der schon nicht mehr zu sehen war, zu packen und ihn am Halsband aus dem Wasser zu ziehen. Die Halterin selbst war „völlig neben der Spur“. Sie hatte ihre Schuhe im Schlick verloren, die Kleidung war triefnass – aber der Hund gerettet!

Bei den Nientiedts, die direkt am Deich wohnen, wurden alle mit Decken, Handtüchern und Heißgetränken versorgt. „Marcin und ich bekamen trockene Klamotten, Socken, Schuhe und Jacken.“

Elisabeth Dütsch ist auch Tage nach dem Vorfall noch unglaublich dankbar für den selbstlosen Einsatz des Retters – zumal viele andere Passanten nur herumstanden. „Der einzige, der geholfen hat ist Marcin, ein gebürtiger Pole, der mit seiner Frau und seinen Kindern unterwegs war“, schildert die Hundehalterin. Er habe keine Sekunde gezögert, sondern habe gehandelt. „Auf unserem Weg sind manche Leute nicht mal zu Seite getreten, bis wir gebrüllt haben.“ Auch ihren Freunden dankt sie für ihre Hilfe.

Für Elisabeth Dütsch ist Marcin „mein heutiger Held. Es sollte mehr Männer wie Dich geben.“ Sie hat sich anschließend nochmal persönlich bedankt und ein Geschenk überreicht. „Alle sind wohlauf. Bis auf ein paar blaue Flecken und kleinere Kratzer vom Einbrechen ins Eis sind wir unversehrt.“

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