Corona-Schnelltest für Laien
Korrekte Anwendung für zuverlässiges Ergebnis

Warendorf -

Nun ist es also soweit: Schon bald kann jeder in einem Corona-Schnelltest für sich selbst ermitteln, ob er infiziert ist. Dabei kommt es allerdings vor allem auf die korrekte Anwendung an. 

Montag, 01.03.2021, 07:30 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 08:06 Uhr
Die Corona-Schnelltests sollen in den nächsten Tagen in den Apothelen verfügbar sein. Foto: imago images/Friedrich Stark

Die ersten Corona-Schnelltests für Laien sind zugelassen – und werden in den kommenden Tagen auch in Apotheken vor Ort verfügbar sein. „Das ist eine wichtige Ergänzung der bisherigen Teststrategie und gibt den Bürgern in der Corona-Pandemie etwas mehr Sicherheit“, sagt Thomas Haddenhorst, Vorsitzender der Bezirksgruppe Warendorf im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) in einer Pressenotiz zum diesem Thema.

„Wichtig ist, dass die Tests korrekt angewendet werden, damit das Ergebnis zuverlässig ist“, betont Haddenhorst. So würde die Probe bei den bisher zugelassenen Laientests im vorderen Nasenbereich entnommen. Dort allerdings sei die Viruskonzentration meist deutlich niedriger als bei einer Materialprobe, die geschultes Fachpersonal aus dem Nasen-Rachen-Raum entnehme. Deshalb sei es wichtig, dass die Laien beim Abstrich, aber auch bei der Aufbereitung sowie beim Aufbringen des Probenmaterials auf den Testträger sorgfältig vorgehen. „In den Apotheken vor Ort bieten wir den Kunden die nötige Beratung dazu an.“

Lieferengpässe sind möglich

Da das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bislang nur drei Produkten eine Zulassung für die Laienanwendung erteilt hat, könne es zunächst zu Lieferengpässen kommen. So müsse mit den knappen Tests vorerst verantwortungsbewusst umgegangen werden, weitere Tests würden aber in Zukunft zugelassen. „Ein negatives Testergebnis ist eine Momentaufnahme mit einer zeitlich sehr begrenzten Aussagekraft“, mahnt Haddenhorst und weist darauf hin, dass einige Apotheken vor Ort auch weiterhin für ihre Kunden Corona-Schnelltests von geschultem Personal anbieten.

Wie der Corona-Schnelltest für zu Hause funktioniert

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  • Corona-Selbsttests für zu Hause

    In den Apotheken gibt es wahrscheinlich bald auch Corona-Selbsttests für zu Hause. Nach positiven Signalen aus dem Bundesgesundheitsministerium streben die Hersteller eine zügige Zulassung an.

    Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter
  • Um welche Tests geht es konkret?

    Um neu zugelassene Antigen-Schnelltests. Die Methode entspricht derjenigen der bisherigen Schnelltests: Anhand bestimmter Virusproteine wird über einen Teststreifen wie bei einem Schwangerschaftstest eine Infektion nachgewiesen. Dazu braucht es einen Abstrich aus der Nase oder Speichel. 

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  • Was ist dann das Neue? 

    Die bisherigen Schnelltests verlangen einen Abstrich mit einem langen Stäbchen tief in der Nase oder im Rachen. Für viele ist das unangenehm. Außerdem dürfen diese Tests nicht an Privatleute verkauft werden und sollen von geschultem Personal gemacht werden. Bei den Selbsttests sind verschiedene Produkte im Gespräch, beispielsweise Gurgel- und Spucktests - die werden in Österreich schon eingesetzt - oder auch Tests, bei denen Abstriche in der Nase viel weiter vorn entnommen werden. 

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  • Und das ist dann auch aussagekräftig? 

    Die Berliner Charité hatte im Herbst zusammen mit der Uniklinik Heidelberg untersucht, wie sich rund 150 Corona-Verdachtspatienten beim Umgang mit einem noch nicht auf dem Markt erhältlichen Selbsttest samt Anleitung geschlagen haben. Der Tupfer musste im vorderen Nasenbereich in zwei bis drei Zentimetern Tiefe für 15 Sekunden in kreisenden Bewegungen an den Innenwänden der Nase entlanggeführt werden. Beobachtet wurden laut Charité-Professor Frank Mockenhaupt nur minimale Unterschiede zwischen Selbsttest und Test mit tiefem Nasenabstrich durch einen Profi. Beim Selbsttest wurden laut der Studie 33 von 40 Infizierten erkannt, beim Einsatz von Fachpersonal waren es 34.

    Foto: picture alliance/dpa | Fabian Sommer
  • Und was ist mit dem Spuck- und Gurgeltest? 

    Der wird etwa in Österreichs Hauptstadt Wien eingesetzt. Beschäftigte an Schulen und Kitas können den Test einmal pro Woche zu Hause machen. Die Testkits werden über die Schulen und Kitas verteilt - die Proben werden dann abgeholt und im Labor untersucht. Die Teilnehmer bekommen das Ergebnis auf ihr Handy.

    Beim Gurgeltest wird mit einer speziellen Flüssigkeit eine halbe bis eine Minute gegurgelt, um Partikel aus dem Rachen zu lösen. Danach kommt alles in ein Proberöhrchen und die Probe wird untersucht. In einer Pilotstudie im vergangenen Frühjahr mit mehr als 5000 Schülern und Lehrern in Wien hatte das Gurgeln nach Angaben des Mikrobiologen und Studienleiters Michael Wagner von der Universität Wien vergleichbare Ergebnisse wie der Rachenabstrich geliefert. 

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  • Welche Hürden gibt es in Deutschland noch?

    Eigentests - zum Beispiel auch Blutzuckertests für Diabetiker - müssen in Deutschland ein spezielles Prüfverfahren etwa mit Hilfe des Tüv oder der Dekra durchlaufen. Das soll garantieren, dass sie wirklich für jeden Laien leicht anwendbar sind. Das reicht von der Verständlichkeit der Verpackungsbeilage bis hin zu den Materialien.

    Außerdem muss „die Ergebnisqualität unter diesen Anwendungsbedingungen sichergestellt“ sein, wie es vom Bundesgesundheitsministerium weiter heißt - also die Testergebnisse müssen aussagekräftig sein.

    Am 24. Februar wurde bekannt, dass die ersten Selbsttests eine Zulassung erhalten haben,

    Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter
  • Wieviel Sicherheit könnten die Selbsttests geben? 

    Experten weisen auch bei den herkömmlichen Schnelltests darauf hin, dass sie immer nur eine Momentaufnahme sein können und vor allem bei Menschen mit hoher „Viruslast“ gut anschlagen. Ein negativer Test muss nicht heißen, dass man das Virus nicht schon in sich trägt. Mit Blick auf die künftigen Selbsttests heißt es von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, auf jeden positiven Test zu Hause solle ein sofortiger Anruf beim Hausarzt oder Gesundheitsamt erfolgen. „Nur ein PCR-Test vom Labor kann das Ergebnis des Schnelltests sicher bestätigen und damit das Infektionsgeschehen präzise abbilden.“

    Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen
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