Wer trägt die Kosten?
Mit dem Taxi zum Impfen

Gronau -

Wie komme ich zum Impfzentrum nach Velen? Diese Frage stellen sich viele Impfwillige derzeit. Zur Not geht es mit dem Taxi. Doch wer trägt dafür die Kosten?

Donnerstag, 04.03.2021, 17:18 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 17:44 Uhr
Viele Über-80-Jährige wollen sich impfen lassen. Doch der Weg zum Impfzentrum nach Velen ist lang und lästig. . Foto: Andreas Arnold/dpa

Immer mehr Menschen über 80, die zuhause leben, vereinbaren jetzt Termine für die Corona-Impfung. Doch viele haben einen weiten Weg zum zuständigen Impfzentrum, den sie nicht aus eigener Kraft oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen können. Einige Städte haben kreative Lösungen gefunden, um ihre betagten oder bewegungseingeschränkten Bürger zu unterstützen. So gibt es in Münster ein „Impftaxi“ für fünf Euro, falls die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt. In Düsseldorf erhalten die über 80-Jährigen in diesem Fall einen Gutschein für einen Taxikostenzuschuss.

Keine Unterstützung durch die Kommune

In Gronau gibt es derzeit keine derartige Unterstützung durch die Kommune, bedauerte der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Mathias Frings, im Gespräch mit den WN. Die Bemühungen des Seniorenbeirats, mit Unterstützung der Gronauer Verwaltung einen Fahrdienst einzurichten, waren vergeblich. Es wurde eine Kooperation u.a. mit der Caritas eingegangen (wir berichteten).

Mit den über 80-Jährigen sei der Ruf der Hilfsbedürftigen sicherlich noch nicht vorbei, so Frings. „Auch wenn sich in Gronau inzwischen eine Gruppe Helfer gefunden hat, könnte eine ergänzende Unterstützung durch die Verwaltung für Helfer und hilfsbedürftige Bürger von Nutzen sein,“ schrieb Frings an Bürgermeister Rainer Doetkotte.

Fahrdienst der Caritas nur für wirklich Bedürftige

Nachdem die WN über den ehrenamtlichen Fahrdienst zum Impfzentrum nach Velen berichtet haben, den der Caritasausschuss St. Agatha Epe federführend anbietet, seien die Organisatoren mit Anfragen geradezu überschwemmt worden.Obwohl im Artikel ausdrücklich stand, dass sich das Angebot nur an jene Menschen richtet, die keine andere Möglichkeit haben, zum Impfzentrum zu kommen, kamen wohl auch Anfragen von solchen Personen, die durchaus Alternativen hätten.Der Caritasausschuss St. Agatha Epe, der das Angebot mit einer Reihe von Kooperationspartnern auf die Beine gestellt hat, bittet deshalb darum, dass wirklich nur Person das Angebot in Anspruch nehmen, die ansonsten nicht zum Impfzentrum gelangen könnten und deshalb auf die Impfung verzichten würden.Diese Menschen können den ehrenamtlichen Fahrdienst von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr unter  02562 81730 (Caritas) oder  02565 93081317 (Pflegeinformationszentrum) anfragen.

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Wenn Angehörige und Freunde nicht fahren können und es keine ehrenamtlichen Fahrdienste gibt, müssen die Impfwilligen ein Taxi nehmen und die Kosten selbst tragen, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. „Was viele nicht wissen: Für besonders immobile Menschen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Fahrt zum Impfzentrum. Dabei sind jedoch einige Dinge zu beachten:

Kostenfrage

  • Für wen kommt die Kostenübernahme in Betracht? Für Personen, die den Pflegegrad 4 und 5 oder eine Schwerbehinderung mit dem Merkzeichen „aG“, „BI“ oder „H“ haben, sollen die gesetzlichen Krankenkassen die Fahrtkosten übernehmen So sieht es eine Empfehlung des GKV-Spitzenverbands vor. Diese Regelung gilt auch für Betroffene mit Pflegegrad 3, wenn sie zusätzlich mobilitätseingeschränkt sind.
  • Was muss vor Fahrtantritt getan werden? Es handelt sich um eine sogenannte Krankenfahrt, für die der Hausarzt oder die Hausärztin ein spezielles Verordnungsformular ausfüllen muss. Darin wird noch zusätzlich der Grund der Beförderung und für die genehmigungsfreie Fahrt vermerkt. Der Taxi- oder Mietwagenfahrer muss die Fahrt quittieren. Hierzu enthält die Verordnung ein gesondertes Blatt.
  • Müssen Berechtigte gar nichts bezahlen? Doch, die gesetzlichen Zuzahlungen müssen gezahlt werden. Das sind mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro pro Fahrt. Diesen Betrag erhält die Fahrerin oder der Fahrer sofort nach der Beförderung. Nur Versicherte, deren Zuzahlungen die Belastungsgrenze überschritten haben und die eine Befreiungskarte haben, müssen nichts bezahlen.
  • Kann die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnen? Die Übernahme der Fahrkosten zum Impfzentrum stellt eine neue Situation auch für die Krankenkassen dar. Einiges ist noch nicht einheitlich geregelt. Es ist daher ratsam, die Kostenübernahme vorab mit der Krankenkasse zu klären. Wird die Kostenübernahme im Nachhinein abgelehnt, kann dagegen Widerspruch eingelegt werden.
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