Kneipenabend eskaliert
Havixbecker wegen Widerstands gegen Polizeibeamte verurteilt

Havixbeck -

Sein Verhalten während eines Sommerabends in der Kneipe kommt einen Havixbecker teuer zu stehen. Wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung wurde der Mann vor dem Amtsgericht Coesfeld zu einer Geldstrafe in Höhe von 1650 Euro verurteilt.

Freitag, 05.03.2021, 16:32 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 19:59 Uhr
Vor dem Amtsgericht Coesfeld wurde der Fall des Havixbeckers verhandelt. Foto: Dieter Klein

Ein Spätsommerabend mit teuren Folgen: Der launige Umtrunk mit einem Kollegen und der anschließende Abstecher in eine Kneipe vor Ort kostet einen Havixbecker nun 1650 Euro. „Das ist heftig“, kommentierte der Angeklagte, der sich wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung bei 1,4 Promille vor dem Coesfelder Amtsgericht zu verantworten hatte.

Reumütig und geständig

Der wohlwollende Richter sah das als allerdings anders: „Wer Polizisten tätlich angreift, muss mit einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten rechnen. Das sollten Sie mal in Tagessätzen umrechnen. Da kommen Sie hier recht gut dabei weg.“ Die Tatsache, dass der Anklagte „Erstlingstäter“, reumütig und geständig war und sich bei seinem Opfer und den Kollegen entschuldigte, wirkte in diesem Fall strafmindernd. Dennoch entließ ihn der Richter nach der kurzen Verhandlung mit dem Hinweis: „Die Polizei ist kein Freiwild. Wenn wir uns nochmal wiedersehen, dann rappelt’s!“

Aus Gaststätte geworfen

Was für die hochgradig-aggressive Aufladung des Angeklagten an diesem Abend gesorgt hatte, blieb ungeklärt. Mit seiner Maske am Arm betrat der Angeklagte an jenem Abend im September das Lokal. Der Aufforderung, diese vorschriftsmäßig zu tragen, ließ ihn explodieren. Es entwickelte sich ein Streit, woraufhin der Betreiber von seinem Hausrecht Gebrauch machte und ihn aufforderte, sein Lokal zu verlassen. „Ich fühlte mich ungerecht behandelt“, antwortete er auf die Frage, warum er die Polizei gerufen habe.

Polizisten in den Unterleib getreten

Der als Zeuge geladene Polizist schilderte das Verhalten des Angeklagten als verbal aggressiv und uneinsichtig. Die Aufforderung, sich auszuweisen, kommentierte er mit: „Das muss ich bei euch kleinen Lichtern nicht.“ Mit seinen Tiraden aus „Scheiß-Nazi, Pisser, deine Karriere beende ich, dann siehst du, was du davon hast“ und „Ich weiß, wo deine Familie wohnt“ sorgte er dafür, dass er – trotz Weigerung – in Gewahrsam genommen wurde. Dabei trat er einem der Polizisten zweimal in den Unterleib, wofür er nun 400 Euro Schmerzensgeld berappen muss.

Im Polizeiwagen gab der Anklagte vor, keine Luft zu kriegen, sodass noch ein Rettungswagen hinzugeholt wurde. „Die Sanitäter signalisierten uns schnell, dass alles okay ist“, gab der Zeuge zu Protokoll. Auf dem Weg zur Polizeiwache nach Dülmen habe sich der Angeklagte immer wieder totgestellt und „wir haben zwischendurch immer wieder den Puls überprüft,“ so der Polizist.

„Ein munterer Einsatz“, kommentierte der Richter und forderte 1250 Euro in fünf Raten als Strafe für die Staatskasse und die Staatsanwaltschaft stimmte dem zu.

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