Lüdinghauser Stahlguss-Unternehmen erweitert
Bischoff baut in Münsters Süden

Lüdinghausen -

Das Stahl- und Edelstahlguss-Unternehmen Bischoff erweitert. In Münsters Süden entsteht ein zweiter Standort für die mechanische Fertigung. Auch die komplette Verwaltung soll in der neuen Niederlassung angesiedelt werden. In Lüdinghausen verbleibt das klassische Gussgeschäft.

Donnerstag, 08.04.2021, 11:00 Uhr
Die Bischoff-Geschäftsführer Thomas Jung (l.) und Olaf Virus-Tetzlaff, hier in ihrem Werk in Lüdinghausen, realisieren im Hansa-Business-Park in Münster einen zweiten Standort.. Foto: Firma Bischoff

Die Stahlgießerei Bischoff errichtet in Münster einen zweiten Standort. Zur Steigerung der Produktionskapazitäten realisiert der Stahl- und Edelstahlguss-Spezialist im Hansa-Business-Park eine Niederlassung für die mechanische Fertigung mit zehn Industrie-Arbeitsplätzen, heißt es in einem Pressetext. Dabei soll die komplette Verwaltung mit zwölf Beschäftigten an den neuen Standort verlagert werden. Das 4500 Quadratmeter große Grundstück haben die Geschäftsführer Olav Virus-Tetzlaff und Thomas Jung von der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) gekauft. Das neue Werk soll im Dezember in Betrieb gehen. In der Steverstadt verbleibe das klassische Gussgeschäft mit 25 Mitarbeitern.

Start im Dezember

„Wir freuen uns, dass wir dem international agierenden Industriebetrieb Bischoff an seiner Wunschadresse eine Wachstumsperspektive bieten können. Bei allen weiteren Schritten am Stammsitz in Lüdinghausen und in der Niederlassung in Münster wünschen wir viel Erfolg“, erklärt WFM-Geschäftsführer Enno Fuchs angesichts der Entwicklung, die das Unternehmen unter der Leitung von Virus-Tetzlaff und Jung genommen habe.

Firma gerettet

Die Geschäftspartner aus Münster hatten Bischoff vor etwa fünf Jahren kurz vor dem Aus gerettet. „Die drohende Zahlungsunfähigkeit der Werke mit fast 100 Stellen hat seinerzeit unsere volle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Schieflage war nicht hausgemacht, sondern einer Auftragsflaute in der gesamten Branche geschuldet“, wird das Duo zitiert. „Alle Akteure waren sich darin einig, dass es mit Bischoff weitergehen musste und konnte“, so Virus-Tetzlaff. „Heute schätzen wir uns glücklich, dass wir diesen Weg gegangen sind.“

Bischoff beschäftigt unter anderem Gießer, Zerspanungsmechaniker, Elektriker, Schlosser und Modellbauer und bildet aktuell auch aus. Neue Einstiegschancen böten sich jungen Menschen 2022 in Münster in der Fachrichtung Zerspanungsmechanik und im industriekaufmännischen Sektor. In Lüdinghausen würden Lehrstellen in der Gießereimechanik neu besetzt.

Im Zuge der Erweiterung wollen die Geschäftsführer ihre Kompetenz in einem noch relativ jungen Geschäftsbereich stärken. Der Schwerpunkt liege auf der Weiterverarbeitung der Gussprodukte der Gießereigesellschaft und auf dem gezielten Ausbau des Portfolios in Richtung Maschinenbau.

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