Verzögerte Reaktionen des Gesundheitsamtes?
Quarantäne sorgt für echte Herausforderung

Ostbevern -

Im Dentallabor von Manfred Läkamp gab es einen Coronafall. Kontaktpersonen ersten Grades seien ebenfalls in Quarantäne geschihct worden. „ Osnabrück, Steinfurt, Tecklenburg“, zählt Läkamp auf, hätten sofort reagiert. „Nur Warendorf nicht.“

Freitag, 09.04.2021, 17:42 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 21:08 Uhr
Manfred Läkamp kritisiert den Kreis. Foto: Daniela Allendorf

Noch immer schüttelt Manfred Läkamp den Kopf. Denn so richtig nachvollziehen kann er die Geschichte, die ihm in seinem Dentallabor passierte, nach wie vor nicht. „Wir hatten einen Mitarbeiter, der sich mit dem Coronavirus infiziert hatte“, erzählt er die Geschichte von Beginn an.

 Unmittelbar nach der Feststellung der Infektion sei er vom Gesundheitsamt der Stadt Münster – der Mitarbeiter wohnt dort, sodass diese Behörde zuständig ist – angerufen worden und über das weitere Vorgehen informiert worden. Der Mitarbeiter, mit dem er gesprochen habe, habe intensiv nachgefragt, wie die Corona-Vorgaben in seinem Unternehmen umgesetzt würden. „Da sind wir sehr sorgfältig“, sagt Läkamp. Nicht nur, dass es einen Hygienebeauftragten gebe, der sämtliche Maßnahmen kontrolliere, auch alle weiteren Schutzmaßnahmen würden strikt eingehalten. Regelmäßiges Lüften und Desinfizieren seien obligatorisch. Außerdem, so der Zahntechniker, führe man regelmäßig Schnelltests, seit diese auf dem Markt verfügbar seien, bei allen Mitarbeitern durch.

Nach der Mitteilung durch das Gesundheitsamt Münster hätten auch alle weiteren Gesundheitsämter der jeweiligen Wohnorte der Mitarbeiter unverzüglich reagiert und die Kontaktpersonen ersten Grades aus seinem Betrieb in Quarantäne geschickt. „Osnabrück, Steinfurt, Tecklenburg“, zählt Läkamp auf. „Nur Warendorf nicht“, fügt er an. Erst beinahe eine Woche später – am Montag war die Infektion bekanntgeworden –, am Freitag, habe auch das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf reagiert und einen weiteren betroffenen Mitarbeiter in Quarantäne geschickt. „So können die Zahlen auch nicht runtergehen“, findet Läkamp deutliche Worte.

Der Kreis Warendorf sagt zu diesem Sachverhalt, man sei erst an dem betreffenden Freitag aus Münster informiert worden und habe dann unmittelbar die Quarantänemaßnahme eingeleitet.

Insgesamt sind Manfred Läkamp kurzfristig fünf von seinen 30 Mitarbeitern durch die Quarantänemaßnahmen ausgefallen. Keine leichte Aufgabe für das Unternehmen. „Wir arbeiten beinahe rund um die Uhr“, sagt Manfred Läkamp etwas überspitzt – aber irgendwie müsse die Arbeit aufgefangen werden. Keine leichte Situation insgesamt, denn längst nicht alle Kunden hätten Verständnis, dass es zu Verzögerungen kommen kann. Zum Glück seien das Einzelfälle geblieben, und die meisten hätten dann doch Verständnis.

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