Gerd Ludewig neuer Prädikant
Ein spät Berufener

Gronau -

Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde Gerd Ludewig am Sonntag in der Stadtkirche in Gronau in das Ehrenamt des Prädikanten der evangelischen Gemeinde eingeführt.

Dienstag, 18.03.2014, 17:26 Uhr

In einem feierlichen Gottesdienst ist Gerd Ludewig am Sonntag in der Stadtkirche in Gronau in das Ehrenamt des Prädikanten der evangelischen Gemeinde eingeführt. Superintendent Joachim Anicker skizzierte den Lebensweg von Ludewig in seiner Predigt vor der Einführung. „Es gibt Worte, die entfalten ihre Wirkung erst im Laufe der Zeit.

Gerd Ludewig hat zur Konfirmation Worte mit Langzeitwirkung erhalten“, so Anicker. Es waren Worte Jesu (Johannes 12, Vers 26): „Wer mir dienen will, der folge mir nach, und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.“ Ludewig habe Ende der 1960er-Jahre einige Semester evangelische Theologie studiert, als „so manche Autorität entthront wurde“, so Anicker. Es folgten eine Krise und die Abwendung von der reinen Theologie zum Studium der Sozialkunde, der Politikwissenschaft und der Kunstgeschichte. Ludewig wurde Realschullehrer in diesen Fächern. „Pfarrer sollte es nicht sein, aber der Lehrerberuf“, so Anicker. Dennoch gab es einen Weg zurück. Ludewig wurde Mitglied der evangelischen Michaelbruderschaft, engagiert sich seit elf Jahren als Presbyter und seit neun Jahren als Mitglied des Kreissynodalvorstandes. „Der Draht nach oben muss wohl auf Standby gestanden haben. Gott hat Sie nie aus den Augen gelassen“, begründete Anicker diese Fügung. Ludewig behaupte, er sei da „hineingerutscht“, obwohl sich die meisten Berufungsgeschichten schleichend entwickelten. Umso mehr freute sich Anicker, dass Ludewig sich entschlossen habe, Prädikant zu werden, denn: „Der Dienst der Prädikanten tut uns gut in der evangelischen Kirche.“

Nach der Einführung in das Amt hielt Ludewig seine erste Predigt, die dem Hebräerbrief folgte, von dem ein Auszug auch auf dem Chorbogen der evangelischen Kirche in Gronau lesbar sei.

„Ich glaube nur, was ich sehe. Wirklich?“, eröffnete Ludewig die Predigt. Touristen, die am Großglockner bei Nebel nichts von der Schönheit des Berges sehen können, glauben an das, was ihnen andere erzählen. „Wie oft vertrauen wir in gutem Glauben, ohne etwas zu sehen“, so Ludewig. Abraham habe im Hebräerbrief auf Gottes Wort vertraut und zog aus in ein Land, dass er erben würde. „Bewunderer des Großglockners vertrauen dem österreichischen Alpenverein, Abraham vertraute dem Wort Gottes.“

Nach dem Auszug des Prädikanten Gerd Ludewig an der Seite von Anicker und an der Spitze von Pfarrern und Presbytern fand im Walter-Thiemann-Haus ein Empfang statt.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2330103?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947632%2F947642%2F
SEK erwischt Diebesbande in Dülmen auf frischer Tat
Die Blaulichter sind auf den Dächern von Polizeifahrzeugen zu sehen.
Nachrichten-Ticker