Das zwölfte Jazzfest im Jahr 2000
Das Dutzend ist voll

Gronau -

Die zwölfte Auflage des Jazzfests Gronau fand vom 25. bis 30. April 2000 statt.

Dienstag, 04.05.2021, 16:52 Uhr
Captain Jazz & Friends beim Frühschoppenkonzert. Foto: AK Jazz

 

Das Dutzend war im Jahr 2000 komplett: Dass aus dem Jazzfest ein Dauerbrenner werden würde – wer hätte das 1989 gedacht? Und in der Tat: Es war alles andere als selbstverständlich.

Hinter den Kulissen wirkte mittlerweile mit dem Arbeitskreis Jazz eine GbR als Organisatorische Einheit. Theo Eimann und Otto Lohle waren für die Programmkoordination und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Theo Eimann war für die Akquirierung des Großteils der Band zuständig, Otto Lohle organisierte zu dem Zeitpunkt etwa ein Drittel der Bands und Musiker. Elmar Hoff war nach außen allein zeichnungsberechtigt. Und er war unabdingbar dafür, dass die Finanzen stimmten. Elmar Hoff pflegte den Kontakt zu den Sponsoren und sorgte somit dafür, dass dem Jazzfest jährlich Zigtausende von Mark und später Euro aus der heimischen Wirtschaft zuflossen.

Elmar Hoff hielt Kontakt zu den Sponsoren aufrecht

Das Jazzfest war ein Dauerläufer – ein Selbstläufer allerdings nicht. Ein, zwei Male hatte es bis dahin schon auf der Kippe gestanden.

Das zwölfte Jazzfest sollte das letzte für Theo Eimann in der Funktion als Mitglied des Arbeitskreises sein. Zwölf Jahre lang hatte er seine Kontakte zu Jazzmusikern in ganz Europa und darüber hinaus genutzt, über ihn waren zahllose Verträge zustande gekommen – und er griff als Schlagzeuger immer wieder ins Jazzgeschehen auf der Gronauer Bühne ein. „Captain Jazz“ wurde mit einem eigenen Programmtag verabschiedet. Elmar Hoff und Otto Lohle führten das Fest weiter.

Theo Eimann - Programmmacher und Jazzer

Auch jetzt galt: Ohne Sponsoren hätte das Jazzfest alt ausgesehen. Vor allem Hans Klaas, Inhaber der K+K-Supermärkte, sorgte für die finanzielle Basis des Festivals und somit dafür, dass die Eintrittspreise wahrlich überschaubar waren. Nicht zuletzt wegen des kulturellen Engagements wurde Hans Klaas im März 2000 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Zahlreiche weitere Firmen und Privatleute engagierten sich als „Hauptsponsoren“, wie Nordenia, die Sparkasse, die Stadtwerke, BP Amoco, Industriebau Hoff, Zierer Fassaden – und auch die Westfälischen Nachrichten, die für das Fest münsterlandweit die Werbetrommel rührten.

Hochklassiges Konzert mit Pat Metheny

Musikalisches Glanzlicht des 12. Jazzfestes war der Auftritt des amerikanischen Gitarristen Pat Metheny mit Billy Stewart (Drums) und Larry Grenadier (Bass) in der Aula des Schulzentrums. Dieser Raum hatte sich mittlerweile als Austragungsort für die „Hörkonzerte“ etabliert. Das Trio lieferte ein hochklassiges Konzert ab, virtuos, stimmig, Jazz pur.

Eine positive Überraschung war Scott Hamilton, der im Studio der Brücke ein angenehm swingendes Konzert ablieferte.

25 Bands machten am Freitagabend die Nacht zum Tag. Von Cajun über Blues bis zu Salsa war alles dabei. Derweil lief die Jazzzelt-Party mit Chris Barber‘s Jazz & Blues Band, Götz Alsmann und der Berliner Formation Beat & Blow, die auch an den folgenden Tagen in Gronau für mächtig Wind sorgte. Götz Alsmann war nicht zum ersten Mal in Gronau oder Epe – aber zum ersten Mal beim Jazzfest und unterhielt die Zuhörerschar mit seinem unnachahmlichen Charme und der zuckersüßen Musik. Die Jazz-Gala am Samstag vereinte vor allem traditionelle Bands von den Uralsky All Stars bis zur Reunion Jazzband.

Schönen Quatsch gab es beim Jazzfrühschoppen im Zelt, bei dem Bob Kerr‘s Whoopee Makers ihren englischen Humor mit hohem Quatsch-Anteil versprühten. Wo sonst wird schon ein gerupftes Gummihuhn als Ursache für die gedämpfte Tuba-Töne ermittel?

Captain Jazz trat mit Pamela und Llew Hirt, Sarah Spencer, Andy Dickens und Beat & Blow auf.

Den Abschluss des Fests bildete erneut ein Gospelkonzert in der Stadtkirche. Dabei traten die Insight Gospel Singers und der National Baptist Mass Choir aus den USA auf. Ein stimmgewaltiger Schlussakkord.

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