Vortrag auf Burg Vischering beschäftigt sich mit Stereotypen und Charakterisierungen
Stur? – Der Westfale im Film

Kreis Coesfeld. In der Reihe der Vorträge zur Kulturgeschichte des Münsterlandes spricht Prof. Dr. Markus Köster aus Münster über „Westfälische Mythen und Typen in Spiel- und Kulturfilmen“: Der Historiker ist Donnerstag (20. März) ab 19.30 Uhr in der Burg Vischering in Lüdinghausen zu hören.

Dienstag, 18.03.2014, 16:20 Uhr

Köster schlägt einen Bogen von den ersten, schon im Kaiserreich auf westfälischem Boden entstandenen Filmaufnahmen über Stummfilmepen wie „Die Hermannschlacht“ von 1924 und aufwendige Kulturfilme wie „Durch das schöne Westfalen“ (1929) und „Westfalenlied“ (1957) bis zu Kult gewordenen Kinostreifen wie „Alle Jahre wieder“ (1967), „Die Abfahrer“ (1978), „Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte“ (2002) oder „Unter Bauern“ (2009). Der vergleichende Blick zeigt, dass die meisten Spiel- und Kulturfilme ein Bild von Westfalen zeichnen, das im Kern Stereotypen folgt, die schon in der frühen Neuzeit entstanden waren. Entsprechend wird „der Westfale“ zumeist als „bodenständig“, „wortkarg“, „stur“, „aufrichtig“, „praktisch“ und „beharrlich“ charakterisiert und als klassischer Urtyp der Region der westfälische Bauer ausgemacht.

Auch mythische Gründergestalten wie Hermann der Cherusker und Widukind sowie Originale wie der „tolle Bomberg“ werden vor allem in älteren Filmen gern in Szene gesetzt.

Neuere Streifen fügen dem häufig noch das regnerische Wetter, den Typus des Ruhrgebiets-Malochers, die Leidenschaft für Fußball und Bier und einen gehörigen Schuss Provinzialität hinzu.

„Der Vortrag lädt dazu ein, die in den vergangenen Jahrzehnten auf die Leinwand projizierten Mythen und Stereotypen über den Landesteil Westfalen und seine Bewohner zu entdecken, sie, wo nötig, kritisch zu hinterfragen und nicht zuletzt über sie zu schmunzeln“, betont Kreisarchivarin Ursula König-Heuer. Speziell dazu bieten viele der Filme, mal gewollt und mal ungewollt, reichlich Gelegenheit.

Der Referent ist Historiker und Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen.

Für die gemeinsame Veranstaltung des Archivs und der Kulturabteilung des Kreises Coesfeld wird um Anmeldung gebeten; der Eintrittspreis beträgt drei Euro. Weitere Informationen unter Tel. 02591 / 79900 erhältlich.

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