Neue Ausstellung auf Burg Vischering
So verändert sich das Münsterland

Lüdinghausen. Eine gewaltige Integrationsleistung hat die Bevölkerung des Westmünsterlandes nach dem 2. Weltkrieg erbracht. Allein im Kreis Borken wurden 23 000 Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostbebieten dauerhaft angesiedelt. Dass das aber auch zu Lasten der Natur ging, zeigt eine neue Ausstellung unter dem Titel „Mein grünes Land – Kulturlandschaften des westlichen Münsterlandes im Aufbruch“ auf Burg Vischering in Lüdinghausen. Bei der sehr gut besuchten Eröffnungsveranstaltung berichtete Dr. Ulrike Gilhaus, Leiterin des LWL-Museumsamtes für Westfalen, am Ostermontag auch über diese historische Zäsur. Es erfolgten erhebliche Eingriffe in den seinerzeit ausgedehnten Mooren der Region. Nach der Abtorfung wurden mit Tiefpflügen riesige Flächen in Ackerland und Siedlungsflächen umgewandelt.

Dienstag, 18.04.2017, 18:20 Uhr

Bei der Vernissage: (v. l.) Geschäftsführerin Uta Schneider (Regionale 2016), stellvertretende Landrätin Anneliese Haselkamp (Kreis Coesfeld) und Referentin Dr. Ulrike Gilhaus (LWL-Museumsamt). Foto: Manfred van Os

Die Wanderausstellung, die als Kooperationsprojekt im Rahmen der „Regionale 2016“ entstand, dreht sich aber nicht nur um die Vergangenheit. „Es geht auch um aktuelle tiefgreifende Veränderungen und um die künftige Entwicklung des ländlichen Raumes“, unterstrich die stellvertretende Landrätin Anneliese Haselkamp bei der Begrüßung. So werden auf den Info-Tafeln wichtige raumbezogene Ziele und Handlungsfelder der Regionale 2016 vorgestellt. „Landschaft ist etwas, was sich ständig verändert“, machte Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale, in einem Grußwort deutlich.

Auf die Einzelheiten ging dann Gilhaus ein. Die Ausstellung, die im Obergeschoss der Vorburg gezeigt wird, sei das Ergebnis interdisziplinärer Arbeit: „Historische, geografische, land- und forstwirtschaftliche, städtebauliche sowie naturkundliche Ansätze werden integriert und verbinden sich zu etwas Neuem, Eigenen“, erläuterte sie. Sechs Themenschwerpunkte werden behandelt: Wald, Heide, Moor, Landwirtschaft, Flüsse und Städte. Ganz zu Beginn findet man zudem eine Einführung in das Gesamtthema. Jede Abteilung untersucht die Entwicklung in vier historischen Epochen und stellt sie überblickshaft vor.

Die Burg Vischering ist seit 1993 ein regelmäßiger Partner des LWL-Museumsamtes. Die letzte Wanderausstellung hieß „200 Jahre Westfalen jetzt“. Inhaltlich knüpft diese auch daran an.

7 Die Ausstellung ist noch zum 5. Juni 2017 zu sehen. Die Öffnungszeiten: täglich außer montags von 10 bis 13 Uhr und von 13.30 bis 17.30 Uhr. | www.burg-vischering.de

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