Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr freut sich auf 2018 – mit Katholikentag und Burg-Wiedereröffnung
„Von Sorgen nicht lähmen lassen“

Kreis Coesfeld. Der Silvestertag bietet sich an, Bilanz zu ziehen. Unser Redaktionsmitglied Detlef Scherle sprach mit Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr über „sein“ Jahr 2017 – ganz persönlich und beruflich. Auf 2018 freut er sich – auch wegen der Eröffnung des neuen Museums auf Burg Vischering und des Katholikentags in Münster.

Sonntag, 31.12.2017, 14:08 Uhr

Trotz zahlreicher Krisenherde in der Welt blickt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr optimistisch in die Zukunft. Sein persönliches Highlight 2017 war die Geburt seines dritten Kindes. Foto: az

Herr Landrat, was waren für Sie – privat und beruflich – die Highlights des Jahres 2017?

Schulze Pellengahr: Für mich privat war vor allem die Geburt unseres dritten Kindes im Frühjahr im Coesfelder Krankenhaus das absolute Highlight. Beruflich war es in diesem Jahr der Abschluss der Regionale 2016 mit vielen tollen Veranstaltungen und Begegnungen wie beispielsweise der Eröffnung der „SteverLandRoute“ in Senden, Olfen Nottuln und Lüdinghausen. Aber auch das Reformationsgedenken mit vielen tiefen Begegnungen und Impulsen ist hier zu nennen.

Und was hat Sie negativ ge- oder betroffen?

Schulze Pellengahr: Ein tiefer Einschnitt war für mich der Tod meines Vaters am 13. Mai 2017. Er starb zwar nach einer längeren schweren Erkrankung, so dass wir damit rechnen mussten. Als er dann aber an diesem Tag in meinen Armen bei uns zu Hause verstarb, hat mich dies doch sehr getroffen und bewegt.

Die Welt ist in Aufruhr: Säbelrasseln zwischen Nordkorea und USA, der wieder aufkeimende Konflikt im Nahen Osten, Brexit, Globalisierung, Klimawandel, die Flüchtlingsströme, noch immer keine Regierung in Berlin… Das ist nur eine kleine Auswahl der Probleme. Da sind auch viele Menschen bei uns im Kreis Coesfeld in Unruhe. Sie eingeschlossen?

Schulze Pellengahr: Es stimmt schon: So manches Mal habe auch ich in diesem Jahr mit Sorgen die Nachrichten verfolgt. Neben den von Ihnen genannten Krisenherden gibt es aber auch immer wieder viele beeindruckende Erlebnisse und Menschen, die Mut machen und Hoffnung geben. Neben Papst Franziskus hat mich auch besonders der diesjährige Träger des NRW-Staatspreises Navid Kermani mit seinem Eintreten für Toleranz und für ein friedliches Miteinander der Kulturen und Religionen beeindruckt.

Was sagen Sie den Menschen, die sorgenvoll auf 2018 blicken?

Schulze Pellengahr: Wir dürfen uns von berechtigten Sorgen in unserem Handeln nicht lähmen lassen. Vielmehr müssen wir alle in unserem Bereich, in unseren Familien und im Beruf und in der Gesellschaft dazu beitragen, dass sich die Erfolgsgeschichte bei uns im Kreis Coesfeld weiter fortsetzt. Im neunten Jahr in Folge können wir bei uns auf ein enormes wirtschaftliches Wachstum zurückblicken. Die Nachfrage nach Baugrundstücken und Wohnraum in den elf Kommunen im Kreis ist ungebremst hoch. Der Kreis Coesfeld gehört zu den attraktivsten Regionen in unserem Land. Ich bin zuversichtlich, dass es uns allen gemeinsam gelingen wird, auch im kommenden Jahr diese gute Position weiter auszubauen.

Welche Weichen wollen Sie 2018 ganz konkret im Kreis Coesfeld stellen, um gut gerüstet für die Zukunft zu sein? Wir haben ja von der Kinderbetreuungsquote bis zur niedrigsten Arbeitslosenquote einige Spitzenplätze im Land NRW zu verteidigen…

Schulze Pellengahr: Ein wichtiger Baustein wird die Eröffnung des zdi-Zentrums („Zentrum durch Innovation“) im Frühjahr sein. Hierdurch wollen wir noch verstärkt die Arbeit in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern in den Schulen unterstützen, um die Schülerinnen und Schüler noch intensiver an die Berufsfelder aus diesem Bereich heranzuführen. Dass wir hier ein hohes Potential haben, hat die noch kurz vor Weihnachten im Kreishaus erfolgte Ehrung der Sieger der diesjährigen Mathematik-Olympiade gezeigt. Ganz wichtig ist mir aber auch der weitere Ausbau der Zusammenarbeit der Kommunen mit dem Kreis. Durch die Regionale 2016 haben wir viele gute Beispiele der interkommunalen Zusammenarbeit – auch über Kreisgrenzen hinweg – erfahren. Dies müssen wir weiter verfolgen und wo möglich weiter ausbauen. Ein gutes Beispiel hierfür war auch die erste Klimaschutzwoche im Kreis Coesfeld, die mit vielen Aktivitäten aller Städte und Gemeinden stattfand. Hier haben wir ein wichtiges Ziel, das man nur gemeinsam weiter verfolgen kann.

Worauf freuen Sie sich im neuen Jahr?

Schulze Pellengahr: Schon jetzt freue ich mich sehr auf die Wiedereröffnung von Burg und Museum Vischering in Lüdinghausen am 1. Februar 2018. Nach einer intensiven Planungs- und Bauphase können wir dann den Bürgerinnen und Bürgern ein ansprechendes und tolles Museum in der Burg präsentieren, dass die spannende Geschichte unserer Region erzählt und erlebbar macht. Die Burg hat zusammen mit den geschaffenen Seminarräumen das Potential, zu einem vielbeachteten Magneten zu werden. Ich freue mich aber auch schon jetzt auf den Katholikentag im Mai 2018 in Münster. Es ist schön, dass wir – wenn alles klappt – die gemeinsam mit den Kulturämtern der Kommunen erstellte beeindruckende Fotoausstellung „Demokraten für den Frieden“ dann auch dort im Rahmen des Katholikentages zeigen können. Ich bin überzeugt: Münster und der Kreis Coesfeld werden für die vielen Besucherinnen und Besucher dieses Glaubensfestes ein guter Gastgeber sein.

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