In einer Woche Bürgerentscheid in Olfen
Skater-Lärm contra Friedhofsruhe

OLFEN. Nachdem die Dülmener Anfang Oktober über die Einführung einer Sekundarschule abgestimmt haben, steht in einer Woche im Kreis Coesfeld der nächste Bürgerentscheid ins Haus. In Olfen geht es am 14. Januar um den Standort für eine 342 000 Euro teure, neue Skateranlage. Der Stadt hatte im Juli beschlossen, diese unweit eines Friedhofes und einer Tennisanlage in der Steveraue zu errichten. Doch dagegen regte sich Widerstand. Eine „Bürgergemeinschaft pro Friedhofsruhe“ gründete sich. „Beträchtlich bis unerträglich“ werde der Friedhof vom Lärm der Kinder und Jugendlichen beeinträchtigt, befürchten die Mitglieder. Und: „Die Skateranlage an dem Standort vernichtet einen der schönsten Aussichts- und Erholungsplätze unserer Steveraue.“

Sonntag, 07.01.2018, 12:50 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 05.01.2018, 19:48 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 07.01.2018, 12:50 Uhr
Beeinträchtigt eine Skater-Anlage die Ruhe auf einem angrenzenden Friedhof? Darüber sind sich die Olfener uneins. Am 14. Januar kommt es zum Bürgerentscheid. Foto: Archiv

Der Standort sei „nachbarverträglich“, der Lärmschutz durch einen drei Meter hohen Wall gewährleistet, meinen dagegen die Befürworter – Bürgermeister Wilhelm Sendermann und die Fraktionen von CDU und SPD im Rat. Sie wollen, dass die Stadt nicht nur Freizeitspaß für Senioren, sondern für alle Generationen, insbesondere auch für junge Leute, anbietet.

Das können auch die Gegner, denen sich aus der Politik die Unabhängige Wählergemeinschaft und die FDP angeschlossen haben, nachvollziehen. Die Skater sollen einen Platz bekommen – aber bitteschön nicht da, sondern wo es schon ähnliche Freizeitanlagen gibt, zum Beispiel am Naturbad. Insgesamt sind sechs alternative Standorte im Gespräch. Über die wird in einer Woche allerdings nicht abgestimmt, sondern nur über den Platz am Friedhof. Wird er abgelehnt, ginge die Standortsuche neu los.

Dass der Dülmener Bürgerentscheid für die Sekundarschulgegner positiv ausfiel, ermutigt nun die Friedhofsruhe-Befürworter, dass ihnen auch gelingen könnte, den Stadtrat zu neuem Nachdenken zu zwingen. Allerdings sind die Hürden hoch. Es entscheidet nicht nur die Mehrheit. 20 Prozent der Wahlberechtigten müssen mindestens auch zur Abstimmung gehen. Alle Bürger ab 16 Jahren sind dazu aufgerufen. Und alle, die abstimmen, müssen etwas um die Ecke denken. Denn die Aussage auf dem Stimmzettel lautet: „Ich bin gegen den Beschluss des Rates der Stadt Olfen vom 11. Juli 2017, die geplante Skateranlage an dem Standort im Bereich Friedhof/Steveraue/Tennisplatz zu errichten.“ Kurios: Wer die Anlage dort verhindern will, muss also „Ja“ ankreuzen, die Befürworter dagegen „Nein“. Alles klar?

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