Kreis Coesfeld
„Blockadehaltung gebrochen“

Kreis Coesfeld. Bus- und Bahntickets sollen ab August im Nahverkehr im Schnitt 2,14 Prozent teurer werden. Das ist das Ergebnis nach zwei Schlichtungsrunden zwischen den Verkehrsunternehmen und den politischen Vertretern der Stadt Münster und der Münsterland-Kreise.

Mittwoch, 13.03.2019, 19:15 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 11:16 Uhr

Der Kreistag hatte dabei zuvor deutlich gemacht, dass er als Förderer des öffentlichen Nahverkehrs politisch keine Preiserhöhung im Westfalentarif für den Münsterlandbereich wünsche – die in den Verhandlungen insbesondere von den privaten Verkehrsunternehmen gefordert werden. „Herausgekommen ist ein Kompromiss“, stellte Harald Koch (Billerbeck) von der CDU im ÖPNV-Ausschuss fest: Statt den von Verkehrsunternehmen geforderten 2,5 Prozent nun eine Erhöhung um 2,14 Prozent. „Für uns sicherlich noch nicht befriedigend“, betonte Koch, der in den Versammlungen dabei war. Aber durch das hartnäckige Auftreten – statt nur die Vorschläge abzunicken – sei der Kreis Coesfeld ernst genommen worden. „Wir haben es geschafft, die Blockadehaltung zu brechen.“ Denn es gehe auch um die grundsätzlichen Ticket-Strukturen, darum, „völlig neue Wege zu gehen“ – im Sinne des Fahrgastes, als dessen Fürsprecher sich die politischen Vertreter sehen. Und da seien nun die ersten Schritte gemacht. „Die Botschaft ist angekommen.“

Für die SPD ist das aber noch noch nicht weitgehend genug. „Das Schlichtungsergebnis von 2,14 Prozent ist für die SPD keine Option“, so Hermann-Josef Vogt (Coesfeld), ebenfalls in der Kommission vertreten. „Wir waren vor einigen Wochen für eine Nulllösung, da können wir jetzt nicht zustimmen.“ Zwar gebe es bei einigen Tickets auch keine Erhöhung. Aber bei anderen Fahrkarten eine höhere als der Schnitt: etwa bei den Schülerfahrkarten, die über die Kommunen mitbezahlt werden. „Da gehen wir nicht mit.“ Stefan Kohaus von den Grünen appellierte, das aktuelle Ergebnis nicht zu hoch zu hängen. „Wir sollten darauf achten, dass wir nicht als Tiger starten und als Bettvorleger enden.“

Kreisdirektor Joachim L. Gilbeau verwies darauf, dass die Verkehrsunternehmen erkannt hätten, dass es um mehr Transparenz gehe. „Wir haben uns mit großer Kraftanstrengung Gehör erarbeitet.“ So viel, dass im restlichen Münsterland der Kreis Coesfeld als Vorbild gesehen werde.

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