Kreis Coesfeld
Begehrt: Klein, barrierearm, günstig

Kreis Coesfeld. Wer eine Wohnung sucht, bekommt es im Kreis Coesfeld schon länger zu spüren: Schwer zu finden. Das bestätigt nun auch die Studie des Pestel-Instituts im Auftrag der WohnBau Unternehmensgruppe, der Sparkassen, der Stadt Münster und der Münsterlandkreise (wir berichteten bereits). Die Wohnungsknappheit zeigt eindeutig, „dass im Kreis Coesfeld in den vergangenen Jahren zu wenige Wohnungen gebaut wurden“, heißt es darin.

Mittwoch, 15.05.2019, 17:16 Uhr

0 Wie viele Wohnungen fehlen? Gegenüber 2011 haben sich die Wohnungsdefizite in den Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld von 820 auf fast 1900 Wohnungen erhöht. In den sechs Jahren von 2012 bis 2017 hätten jährlich rund 300 Wohnungen mehr gebaut werden müssen, um den Wohnungsmarkt auszugleichen.

0 Was fehlt besonders? Bereits heute ist ein ungedeckter Bedarf an kleinen, barrierearmen Wohnungen und an Mietwohnungen im unteren Preissegment. „Die Versorgung dieser Haushalte mit Wohnraum wie auch die Schaffung von Angeboten im so genannten Bereich des bezahlbaren Wohnens gehört zu den großen Herausforderungen der Kommunalpolitik im Kreis Coesfeld“, heißt es in der Studie.

0 Sozialwohnungen („preisgebundener Wohnraum“): Die Versorgung aller einkommensarmen Haushalte mit preisgebundenem Wohnraum (Ende 2017 rund 3400 Wohnungen im Kreis Coes-feld) ist kurz- und mittelfristig laut Studie nicht möglich. Dies sei aber auch nicht erforderlich, da im frei vermieteten Bestand im Kreis Wohnungen auf einem ähnlichen Preisniveau verfügbar seien.

0 Grundstücke: Bei noch moderaten Preisen ist die Verfügbarkeit in einigen Kommunen des Kreises problematisch. Es ist notwendig, Wohnbaulandflächen zu entwickeln.

0 Die starken 1960er Jahrgänge: Statt weiter im Einfamilienhaus zu leben, orientieren sich viele Senioren auf möglichst barrierefreie Wohnungen um. Noch höherer Bedarf, wenn die geburtenstarken 1960er Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Bis 2035: Die Altersgruppe der Senioren erhöht sich drastisch, die der Hochbetagten nimmt auch nach 2035 weiter zu.

0 Einkommensentwicklung: Hat ebenso Einfluss wie die Art des Wohnens – die Frage, ob Single-Haushalte weiter zunehmen oder Mehrpersonenhaushalte. Ein großer Teil derer, die über viele Jahre Einzahlungen geleistet haben, kommt im Rentenalter nicht über die Grundsicherung hinaus.

0 Billiger jedenfalls wird es nach der Pestel-Studie nicht – zumal die von der Bundesregierung geforderten „Nahe-Null-Energie-Häuser“ ja auch finanziert werden müssen. Nur mit kleinerem Wohnraum ließen sich dann die Kosten senken, heißt es in der Studie.

0 Bevölkerungsentwicklung: Die Studie geht für den Kreis Coesfeld von einer weiteren Einwohnerzunahme aus. Das Wohnungsangebot wird zunehmend zum limitierenden Faktor für Zuzüge. Wenn wegen fehlender bezahlbarer Wohnungen Zuzüge ausbleiben, könnte dies schnell die bislang gute wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen. Diese Entwicklung beschleunigt sich, sobald die geburtenstarken Jahrgänge der 1960-er-Jahre in den Ruhestand gehen.

Fazit: Die Pestel-Studie empfiehlt den Städten und Gemeinden, Ziele zu diskutieren, wohin die Reise gehen soll. Diese sei kein „Schicksal“, sondern durchaus lenkbar. Wenn die „gewünschte“ Entwicklung feststehe, können mögliche lokale Maßnahmen zur Erreichung der Ziele beraten werden. Es deute sich ein wachsender Wettbewerb um Einwohner an.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6615117?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F
Preußen-Kapitän Schauerte im Interview: „Ich wollte ohnehin Verantwortung tragen“
Julian Schauerte ist neuer SCP-Kapitän.
Nachrichten-Ticker