Kreis Coesfeld
Kreisverwaltung will schon wieder bauen

Kreis Coesfeld. Zu eng und keine Erweiterungsmöglichkeiten: Die Kreisleitstelle platzt an ihrem jetzigen Standort an der Alten Münsterstraße in Coesfeld aus allen Nähten. Nach längerem Hin und Her hat die Kreisverwaltung nun einen neuen Standort gefunden: Die Leitstelle soll in Coesfeld neben dem Kreishaus I (das ist das Hauptgebäude) gebaut werden, lautet der Vorschlag. Dazu soll der Besucherparkplatz an der Friedrich-Ebert-Straße teilweise überbaut werden – geplant ist ein Stelzen-Haus, sodass der Parkraum nicht verloren geht.

Freitag, 20.09.2019, 10:02 Uhr
Die neue Leitstelle soll über dem Besucherparkplatz neben dem Kreishaus I an der Friedrich-Ebert-Straße in Coesfeld als Stelzengebäude entstehen. Möglicherweise mit einem zusätzlichen Stockwerk für die Kreisverwaltung, die überraschend erklärte, dass sie schon wieder Platznot habe. Dabei ist das neue Kreishaus V noch nicht einmal fertig. Foto: Florian Schütte

Zugleich könnte die Leitstelle mit einem dritten Stockwerk versehen werden. Das jedenfalls wünscht sich die Kreisverwaltung, die im Kreisausschuss überraschend erklärte, dass sie prinzipiell schon wieder bauen müsse, weil es an Platz und Büroräumen fehle. Dabei ist das neue Kreishaus V, in das das Jugendamt ziehen wird, noch nicht einmal ganz fertig. „Wir haben trotzdem immer noch Raumbedarf“, sagte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

40 Büros seien nach wie vor mindestens mit jeweils drei Mitarbeitern belegt, wie Birgit Overkamp von der Kreisverwaltung erläuterte. Unbefriedigend sei die Situation besonders für den Betriebsärztlichen Dienst und die Straßenbauabteilung. Zudem fehlten Besprechungsräume. „Seit 2006 haben wir 25 Prozent mehr Mitarbeiter“, rechnete Overkamp vor. Aktuell sind es 885 ohne Auszubildende, davon 515 Mitarbeiter mit Büroarbeitsplätzen.

Zwar war der Neubau der Leitstelle für die Politiker im Kreisausschuss durch die Bank unstrittig. Dass die Verwaltung aber schon wieder neue Büros bauen will, erntete überraschte Gesichter. Der Ausschuss einigte sich, dass zunächst über ein mögliches weiteres Stockwerk in einer Arbeitsgruppe diskutiert werden soll, der auch Vertreter der Fraktionen angehören. Dabei sollen sowohl Varianten mit und ohne Aufstockung durchdacht werden. Dann sollen die Entwürfe zunächst in den Planungsausschuss gehen.

Die CDU betonte, dass sie die Pille nicht einfach so schlucken wolle. Schließlich handele es sich um ein Projekt in „sicherlich zweistelliger Millionenhöhe“, wie Fraktionschef Klaus-Viktor Kleerbaum annahm. Sein Fraktionskollege Werner Schulze Esking wunderte sich, warum so schnell erneut ein Raumbedarf entstanden ist, denn mit Planung des Kreishauses V an der Coesfelder Promenade „sind wir davon ausgegangen, dass für die nächste Zeit die Situation zufriedenstellend ist“. Das habe die Verwaltung doch selber so ausgedrückt.

Auch Carsten Rampe von der SPD fühlte sich überrumpelt. „Das geht hier gerade wie ein ICE durch“, sagte er. Warum die Pläne nicht im Fachausschuss vorgestellt worden seien. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr führte Zeitgründe an.

Norbert Vogelpohl von den Grünen meinte, dass es „besser gewesen wäre, wenn im Vorfeld der Bedarf genauer berechnet worden wäre. „Jetzt müssen wir in den sauren Apfel beißen.“ Klaus Viktor Kleerbaum von der CDU betonte, dass bei den anstehenden Beratungen auch über die Optik zu reden sei, schließlich soll das Gebäude im Eingangsbereich des Haupt-Kreishauses entstehen. „Ich möchte da nicht auf so einen Betonklotz gucken.“

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