Kreis Coesfeld
Nächster Halt: Ruhestand – Tepe übernimmt

Kreis Coesfeld. Dass Joachim L. Gilbeau am Tag seiner Verabschiedung mit Blaulicht von der Polizei in einem Porsche abgeholt werden würde, hätte sich der Kreisdirektor wohl nicht gedacht. „Was folgte, war die lockerste Dienstbesprechung mit der Polizei auf der Weißenburg, die ich je erlebt habe“, führt Gilbeau die Anekdote vor den rund 200 geladenen Gästen fort. „Die Polizei verdient wirklich unsere Achtung!“, findet er lobende Worte. Achtung und lobende Worte werden bei der Feier auf Burg Vischering auch Gilbeau entgegengebracht, der nach über 23 Jahren als Kreisdirektor, Kämmerer und Stellvertreter des Landrats nun in den Ruhestand geht. Ihm folgt – einstimmig gewählt – Dr. Linus Tepe, der am selben Abend seinen Amtseid als neuer Kreisdirektor ablegt.

Sonntag, 03.11.2019, 09:08 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 17:07 Uhr
Das Haltestellenschild hat RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns (r.) eigens für Joachim L. Gilbeau anfertigen lassen, der jahrelang im Aufsichtsrat bei der RVM tätig war. Foto: az

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr legt in seiner Laudatio auf Joachim L. Gilbeau den beruflichen Werdegang des gebürtigen Osnabrückers dar und bezeichnet ihn als jemanden, der „sturmfest und mit klarem Kompass“ selbst durch „finanzpolitische Wirbelstürme“ wie die Einführung des Euros und des kommunalen Finanzmanagements navigiert. Ein Schuldenabbau von zwölf Millionen Euro darf sich Gilbeau auf die Fahne schreiben – ebenso die Förderung der Elektromobilität im Kreis Coesfeld. „Professionalität und Humor haben Sie zu einem geschätzten Kollegen gemacht“, betont Schulze Pellengahr. Davon zeugen auch die Dias, die im Hintergrund über die Leinwand flimmern: Gilbeau an seinem Arbeitsplatz, Gilbeau im Kreis seiner Kollegen, aber auch – und hier wird der Humor unterstrichen – Gilbeau als Obelix, als Teufel oder als Hippie: „Legendär sind seine Auftritte an Altweiber“, meint der Landrat.

Bürgermeistersprecher Richard Borgmann verweist in seiner Rede darauf, dass der „Kreis noch nie so gut finanziell dagestanden hat wie heute“. Ein besonderes Geschenk hat RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns mitgebracht – ein eigenes Bushaltestellenschild in Anspielung auf Gilbeaus jahrelange Tätigkeit im Aufsichtsrat der RVM, wo er unter anderem „Druck gemacht“ habe bei der Einführung des E-Tickets. Das Haltestellenschild beschreibt Gilbeau als Schalker, Radfahrer, Norderneyer und Burgherr. Auf den ersten Punkt geht auch Klaus-Viktor Kleerbaum ein, der für die anwesenden Kreistagsmitglieder spricht: „Wir hatten jahrelang eine Schalker Doppelspitze“, sagt Kleerbaum mit Blick auf Schulze Pellengahr, dessen Herz ebenfalls für Schalke schlägt. „Herr Tepe stellt jetzt als bekennender Borusse das Gleichgewicht wieder her.“

Tepe bekommt von Gilbeau den Ratschlag, „nicht in eingefahrene Gleise einzutreten, sondern beständig Ihren eigenen Weg zu suchen“. Mit Demut und Dankbarkeit geht der Jurist nach Ablegen des Amtseids nun ab Montag an seine neue Aufgabe heran. Tepe – begeisterter Volleyballer – betont: „Als Teamsportler weiß ich: Nur gemeinsam kann man Erfolge feiern und nur gemeinsam kommt man ans Ziel.“ „Gespannt und neugierig“ sei er auf die vielen Gespräche, die er in Zukunft führen werde. Gelegenheit dazu gibt es bereits im Anschluss beim Empfang und Imbiss im Konzertsaal.

Und Gilbeau? Auch wenn eine Torte des Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskollegs dem scheidenden Kreisdirektor den Abschied etwas versüßt – ganz aus der Affäre ziehen will er sich auch mit Blick auf das noch nicht ganz vollendete Kreishaus V, das Anfang Dezember eingeweiht werden soll, noch nicht, wie er abschließend ankündigt: „A bientôt, Ihr Gilbeau.“ Bis bald also. 7 Eine Fotostrecke gibt es in unserem Online-Portal.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7038784?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F
Nachrichten-Ticker