Kreis Coesfeld
Kräftezehrende Debatten

Kreis Coesfeld. Zur Kreisverbandsausschusssitzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld kamen gestern etwa 100 Bauern im Haus Waldfrieden in Dülmen zusammen, um über aktuelle Themen in der Landwirtschaft zu diskutieren. Und die Herausforderungen, vor denen die Landwirte gerade stehen, sind groß: ausstehende Rahmensetzungen, fehlende Planungssicherheit und anhaltende landwirtschaftskritische Debatten in Teilen der Öffentlichkeit sind kräftezehrend, führen zu großer Verunsicherung und Unmut bei den Landwirten. Diese Stimmung wurde auch durch die Demonstrationen in den vergangenen Wochen deutlich nach außen getragen und stieß bei vielen Bürgern auf Verständnis und Solidarität, berichteten sowohl Michael Uckelmann (Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld) als auch Susanne Strätker (Land schafft Verbindung) als eine der Organisatorinnen der Demonstration am 22. Oktober in Münster.

Mittwoch, 06.11.2019, 16:18 Uhr
Stellte sich den Landwirten vor: Susanne Schulze Bockeloh, die für das Amt der Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes kandidieren will. Foto: az

„Es gibt bereits viele gute Projekte, die die Landwirte auf den Weg gebracht haben. Diese gilt es, zusammen mit einem realen Bild unserer modernen Familienbetriebe, der Bevölkerung näher zu bringen“, leitet Michael Uckelmann den Vortrag von Thomas Hans über „Landwirtschaft – mag doch jeder!“ als neue Kampagne der heimischen Landwirtschaft ein. Durch diese sollen Verbraucher mit interessanten und authentischen Geschichten, Hintergrundinformationen und Fakten über die heimische Landwirtschaft informiert werden.

Einen Teilbereich des Dialoges mit Verbrauchern stellt immer wieder auch der Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel dar. „Die öffentliche Diskussion um die Themen Klimawandel und Klimaschutz ist oft von pauschalen Empfehlungen geprägt. Zusätzlich werden viele Zahlen in unterschiedlichem Kontext aufgezeigt“, meint Simon Ickerott, Berater der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstelle Coesfeld. Der Sektor Landwirtschaft habe am deutschen Emissionsinventar für CO2 lediglich einen Anteil von 7,3 Prozent, als Äquivalente mit eingerechnet seien hier auch Methan sowie Lachgas. Nichtsdestotrotz gäbe es auch hier betriebsindividuelle Einsparpotentiale und Maßnahmen zur Verbesserung der Klimabilanz. Festzuhalten bliebe aber auch, dass trotz geringer Fortschritte bei der CO2-Ersparnis in den letzten Jahren, die Effizienz der Landwirtschaft kontinuierlich gestiegen sei, sie sich also im Vergleich nicht verstecken müsse.

Susanne Schulze Bockeloh wird im Februar 2020 für das Amt der Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes kandidieren und bekam die Möglichkeit, sich den Landwirten im Kreis Coesfeld vorzustellen. Der Bezirksverband Münster, als Zusammenschluss der Landwirtschaftlichen Kreisverbände im Münsterland, hat die 54-jährige Landwirtin als Nachfolgerin für den ausscheidenden Präsidenten Johannes Röring nominiert.

„In dem neuen Amt möchte ich mich für die Interessen unseres Berufsstandes stark machen und meinen Berufskollegen Gehör in Politik und Gesellschaft verschaffen“, macht die Münsteranerin ihr Anliegen deutlich. „Ich möchte für gute Zukunftsperspektiven arbeiten, damit unsere Landwirte Freude an ihrem Beruf haben und die nächsten Generationen mit Begeisterung Landwirtschaft leben.“

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