Erstmals Heimatpreis im Kreis Coesfeld auf dem Alten Hof Schoppmann verliehen
Einsatz für Europa wird belohnt

Kreis Coesfeld. Es war eine absolute Premiere, denn erstmals wurde der Heimatpreis des Landes NRW an Preisträger aus dem Kreis Coesfeld am Montagabend verliehen – auf dem Alten Hof Schoppmann in Darup. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr fand das Motto „Heimat Europa stärken“ im Jahr der Europawahlen überaus passend. Das Thema bewegt auch den Partnerschaftsverein Rosendahl-Entrammes, der den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis erhielt. Als Privatperson wurde die Autorin und Journalistin Ulla Wolanewitz ausgezeichnet.

Mittwoch, 04.12.2019, 08:44 Uhr
Foto: Elvira Meisel-Kemper

18 Bewerbungen wurden aus dem Kreis eingereicht, vier davon überzeugten schließlich die Jury. „Der Preis ist eine tolle Möglichkeit, die Projekte bei uns im Kreis zu fördern. Es lohnt sich, sich für Europa einzusetzen, damit wir alle in Frieden und Freiheit leben können“, so Schulze Pellengahr.

Frieden und Freiheit waren auch die wichtigen Punkte, die die vier Musiker des Jugendorchesters Havixbeck der Moderatorin Marina Kallerhoff mitteilten. Lina Drewer (Saxophon), Johanna Söntgerath (Oboe), Lea Forster (Saxophon) und Niklas Wempe (Klavier) verfeinerten den Festakt durch ihre musikalischen Beiträge.

Laudator Hans-Peter Boer, ehemaliger Kulturdezernent im Regierungsbezirk Münster, Vorsitzender des Kreisheimatvereins Coesfeld und Vorsitzender des Beirats „Niederdeutsche Sprache & Heimat“ beim Landtag NRW, freute sich ebenfalls über die Möglichkeit, mit diesem Preis wertvolle Projekte und Initiativen zu fördern. Heimatgefühl und Offenheit gegenüber anderen oder fremden Personen würden sich nicht ausschließen.

Der Partnerschaftsverein Rosendahl-Entrammes pflegt seit 1970 die Partnerschaft zu dem französischen Entrammes, in dem sich heute noch ein Trappistenkloster befinde. Vor über 200 Jahren ließen sich Trappisten aus Frankreich in Rosendahl nieder. Mittlerweile sei das Kloster längst verschwunden, so Boer. Die Rosendahler erhielten für ihr Engagement den ersten Preis in der Kategorie Initiativen, Vereine und Verbände.

Ende der 1980er-Jahre begann der Aufbruchprozess in Osteuropa. Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Lüdinghausen, die den zweiten Preis – dotiert mit 2000 Euro – erhielt, basiert auf einer Schulpartnerschaft. 1987 wurde sie zwischen dem Gymnasium Canisianum in Lüdinghausen und der Schule im heute polnischen Nysa (Neisse) geschlossen.

Der dritte Preis, garniert mit einem Preisgeld von 1000 Euro, ging an den Kreissportbund Coesfeld mit seinem Projekt in Norwegen. Auf der Basis des Erasmus-Programms wird in 2020 die Sportjugend aus der norwegischen Provinz Oppland mit dem Kreis Coesfeld einen Austausch starten.

Mit dem Thema Heimat hat sich auch Ulla Wolanewitz aus Nottuln auseinandergesetzt. Nicht umsonst beglückwünschte Boer die Preisträgerin in plattdeutscher Mundart, denn sechs ihrer sieben Filme sind in diesem Dialekt gehalten. Sie wurde für ihre gesamten Hörbücher, Filme und Bücher, die sie seit 1993 veröffentlicht hat, als einzige Privatperson mit dem 1. Preis und einem Preisgeld von 2000 Euro belohnt.

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