Stehender Applaus für prominenten Besuch
AKK wirbt für mehr Austausch

Havixbeck. Annegret Kramp-Karrenbauer stellte beim Neujahrsempfang der Kreis-CDU im Stift Tilbeck in Havixbeck die gute, alte Küche als Symbol hervor: „Wie früher ist sie immer noch ein Mittelpunkt im Haus, wo Familie und Freunde zusammensitzen“, sagt die CDU-Bundesvorsitzende und Verteidigungsministerin in ihrer Rede vor den rund 300 Gästen. „Aber niemand will eine Küche aus den 50er Jahren, sondern eine moderne.“ Genauso müssen aus ihrer Sicht die Weichen für die CDU gestellt werden: Modern und zeitgemäß, „mit einem konservativen, verlässlichen Kern“.

Montag, 27.01.2020, 12:00 Uhr
Annegret Kramp-Karrenbauer trägt sich ins Goldene Buch des Kreises ein, neben ihr Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann (r.) und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (l.). Foto: Wilfried Gerharz

Die Union stehe dafür, dass Menschen unterschiedlicher Meinungen eingeladen seien an einem Tisch zu sitzen, jeder sei willkommen, solange er sich auf dem Boden der Grundwerte bewege. Miteinander reden, ins Gespräch kommen, das ist für AKK eine entscheidende Aufgabe für die CDU in diesem Jahrzehnt, um die gesellschaftliche Spaltung zu überwinden. „Wenn wir Bürgermeister unter Polizeischutz stellen müssen, haben wir ein echtes Problem“, sagt sie. Es könne nicht sein, dass Hilfskräfte, die sich für andere Menschen einsetzen, bespuckt werden.

AKK erzählte von ihrem Besuch im Irak, bei dem ihr mehr als deutlich geworden sei, sich für eine starke Bundeswehr „im Inneren und Äußeren“ auszusprechen. Beim Klimaschutz setzt sie auf eine Wirtschaft, die Lösungen entwickeln müsse. Es gab stehenden Beifall für den prominenten Gast.

Zuhören und Lösungen liefern, das sieht auch CDU-Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann aus Havixbeck als eine Kernaufgabe. „Es herrscht ein Gefühl der Unzufriedenheit, die aber keiner richtig packen kann“, schildert er in seiner Begrüßung seine Erfahrung aus vielen Gesprächen im Wahlkreis. „Wir müssen helfen und Haltung zeigen“, appelliert er. Dabei solle das Gute unterstellt werden, nicht per se das Schlechte. Beim Klimaschutz etwa gelte das sowohl für Landwirte als auch für die, die für ein besseres Klima auf die Straße gingen.

„Bonpflicht abschaffen“

Bonpflicht ade? AKK plädierte in Havixbeck dafür, die umstrittene Bonpflicht, gegen die Geschäftsleute und Gastronomen seit Anfang des Jahres Sturm laufen, wieder abzuschaffen. „Wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass sie nicht die gewünschte Wirkung hat, sollten wir sie aussetzen“, schlug sie in ihrer Rede vor. Mit der neuen Regelung soll eigentlich Steuerbetrug eingedämmt werden. Experten gehen davon aus, dass es bei neueren Kassen mit einer digitalen Schnittstelle möglich ist, dem Finanzamt die Daten auch ohne Papierbeleg zur Verfügung zu stellen.

Auf dem Acker Landwirte-Protest

Drinnen tosender Beifall für AKK, draußen positionierten sich Schlepper an Schlepper gegenüber von Stift Tilbeck auf einem Acker. Rund 400 Trecker rollten laut Polizei ein. 800 Landwirten protestierten beim Neujahrsempfang friedlich und überreichten AKK ein Positionspapier.

Darin fordern sie unter anderem, dass das Messstellensystem für die Nitratwerte im Grundwasser verbessert wird. „Es kann doch nicht das Ziel sein, uns an die Wand zu fahren“, so Landwirt Ansgar Tubes, der aus Kirchhellen angereist kam. „Wir wünschen uns eine Politik, die sich wieder an wissenschaftlichen Fakten orientiert.“ Jungbauer Lambert Aehling aus Borken betonte, dass die Landwirte sehr wohl bereit seien, die Probleme zu lösen. Das funktioniere aber nur gemeinsam. Landwirte allein seien nicht schuld. So seien, was die Bodenwerte angehe, auch die Klärwerke gefragt. Die Bauern kritisierten, dass die Kontrollsysteme nicht gerecht seien. Organisiert haben die Landwirte den Protest selber über WhatsApp und die Vereinigung „Land schafft Verbindung“. AKK versprach, sich für die Anliegen der Landwirte einzusetzen; besonders ging es ihr um das Messstellensystem. Klar sei für sie, dass Umweltschutz auf allen Schultern getragen werden müsse.

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