Viele Altlasten im Grundstück der früheren Astrid-Lindgren-Schule
Bodensanierung wird teuer – Schulgebäude abreißen

Lüdinghausen. Auf dem Kreis-Grundstück der früheren Astrid-Lindgren-Förderschule in Lüdinghausen will der Kreis Coesfeld bekanntlich bezahlbare Wohnungen bauen. So einfach loslegen kann er aber nicht. Denn auf dem Grundstück am Nottengartenweg in Lüdinghausen hat die Stadt in den 50er Jahren eine so genannte Bürgermeisterdeponie errichtet. Nach heutiger Rechtslage ist eine Sanierung erforderlich – erst recht, weil die Stadt Lüdinghausen auf dem Grundstück einen Kindergarten bauen möchte.

Donnerstag, 05.03.2020, 06:00 Uhr
Das alte Gebäude der Astrid-Lindgren-Förderschule in Lüdinghausen ist nach dem Gutachten mit Schadstoffen belastet. Der Kreis meint, eine Sanierung wäre nicht sinnvoll. Foto: Archiv

Eine Sanierung des leer stehenden Schulgebäude ist aus Sicht des Kreises nicht lohnenswert. Wegen der Altlasten „ist eine Folgenutzung auf keinen Fall anzuraten“, sagte Stefan Bölte von den kreiseigenen Wirtschaftsbetrieben wbc, die sich um die Bebauungsangelegenheiten kümmert, im Ausschuss für Straßen- und Hochbau. Er informierte die Politiker über die Ergebnisse verschiedener Bodenuntersuchungen seit 1993 – und aktuell Ende 2019. Abgestimmt wurde noch nicht, ob nun abgerissen und saniert werden soll oder nicht. Die Fraktionen sehen noch Beratungsbedarf über Fördermöglichkeiten – allein die Sanierung des Bodens würde nämlich rund 1,4 Millionen Euro kosten. Förderungen stehen laut Bölte in Aussicht, sind aber noch nicht zugesagt. Im Boden liegen unter einer unauffälligen Sandschicht Siedlungsabfälle und Bauschutt mit allem, was dazu gehört: Von Ziegel, Keramik und Kunststoff über Schlacke, Asche, Teer und Öl bis hin zu Metallen mit Blei und Zink. „Früher war dafür kein Bewusstsein“, so Bölte. „Heute muss das entsorgt werden.“ Die obere Schicht sei, auch, was die spätere Wohnbebauung in dem Bereich des Grundstücks angeht, aber so weit in Ordnung. Das hätten die aktuellen Untersuchungen ergeben. Auch das Grundwasser sei nicht beeinträchtigt. Aber: „Vor einer neuen Bebauung muss das Grundstück saniert werden.“

Auch in der ehemaligen Schule kamen Baumaterialien zum Vorschein, die heute nicht mehr verwendet werden dürfen. Darunter Gipsummantelungen bei den Rohrleitungen, Asbest und teerhaltige Verkleidungen. „Eine Sanierung wäre zu aufwändig, das Gebäude sollte abgerissen werden“, so das Fazit laut Bölte. Zu gesundheitlichen Schäden für die Schüler und Lehrer der im Sommer 2019 nach Nottuln umgezogenen Förderschule habe das Baumaterial nach Einschätzung des Gutachters nicht geführt. Es sei in nicht zugänglichen Bereichen und fest eingebaut gewesen.

Mit der Stadt Lüdinghausen steht der Kreis in Abstimmung, so Kreisdirektor Linus Tepe. Diese habe auf jeden Fall die planerische Hoheit.

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