Ausschuss: Radverkehrskonzept soll umgesetzt werden
Pendeln mit dem Rad und viel CO2 sparen

Kreis Coesfeld. Bessere und breitere Radwege, Lückenschlüsse, neue Verbindungen: Das Radverkehrskonzept liegt nun in seiner endgültigen Form vor – und erhielt im Ausschuss für Straßen- und Hochbau viel Lob. Der Ausschuss empfahl einhellig, dass das Konzept umgesetzt werden soll. Dabei soll mit den Kommunen das weitere Vorgehen abgestimmt werden, um Prioritäten zu setzen und 2021 Radwegeprogramme beschließen zu können. Für kurzfristige Maßnahmen will der Kreis das Budget des Bauhofs erhöhen. Im ersten Schritt sollen für rund 900 000 Euro Radwege verbessert werden. Auch eine Projektstelle soll für die Umsetzung des Konzepts eingerichtet werden.

Samstag, 30.05.2020, 08:00 Uhr
Die Radverbindungen sollen verbessert werden, damit mehr Pendler vom Auto aufs Rad umsteigen. Foto: Archiv

„Insgesamt umfasst das Konzept über 570 Einzelmaßnahmen“, berichtete Pia Lesch von der Planersocietät Dortmund, die mit dem Planungsbüro VIA in Köln das Konzept unter Beteiligung der Städte, Gemeinden und Nachbarkreise sowie Interessensvertretungen und der Öffentlichkeit im Laufe des Jahres 2019 erarbeitet hat.

Ziel des Projekts: Mehr Menschen aufs Rad bringen, insbesondere Pendler. Denn viele kürzere Wege können gut mit dem Rad – besonders mit den modern gewordenen E-Bikes – im Kreis Coesfeld oder zu Orten der Nachbarkreise zurückgelegt werden. Das Konzept ist Teil des Klimaschutzkonzepts. Denn es würde viel bringen, wenn der Weg zur Arbeit mit dem Rad zurückgelegt werden würde und das Auto stehen bleiben würde. Gerade bei Kurzstrecken bis 20 Kilometer, wie sie von vielen Pendlern zurückgelegt werden. Ein Wechsel vom Auto aufs Rad könnte „34 Tonnen CO2 pro Jahr sparen“, rechnete Lesch um.

Die Planungsbüros fuhren alle Radverbindungen ab, bezogen die Bürger über eine interaktive Karte ein, „Wir erhielten über 800 Anregungen“, berichtete Lesch. In Workshops mit den Städten und Gemeinden vor Ort wurden die jeweils wichtigsten Radverbindungen unter die Lupe genommen: Wie kann man als Pendler mit dem Fahrrad am besten und schnellsten sowie am sichersten in den anderen Ort kommen?

Das umfassende Konzept lobten die Politiker durch die Bank. Es biete einen Überblick über die Situation und stelle eine gute Grundlage dar, um mit der Radwegeoptimierung weiterzukommen, sagte Harald Koch (CDU). „Wir haben dieses Konzept sehr gerne gelesen“, betonte Hermann-Josef Vogt (SPD). Auch die Grünen begrüßten die Vorschläge: „Wir wollen, dass mehr Leute aufs Rad umsteigen“, unterstrich Wolfgang Dropmann. Die Mitwirkung der Kommunen hielt der Ausschuss aber für ausschlaggebend, damit das Konzept Realität wird. Ludger Wobbe (CDU) schlug vor, nach weiteren Fördermöglichkeiten Ausschau zu halten. „Sonst haben wir einen guten Plan, der in 30 Jahren noch nicht verwirklicht ist.“

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