Bund der Steuerzahler stellt Gebühren-Vergleich vor
Abwasser ist in Nottuln am günstigsten

Coesfeld. Der Kreis Coesfeld ist insgesamt ein günstiges Pflaster, wenn es um die Abwassergebühren geht. Im Durchschnitt zahlt ein Vier-Personen-Musterhaushalt, der 200 Kubikmeter Abwasser im Jahr verbraucht und 130 Quadratmeter abflusswirksame Fläche für Regenwasser aufweist, 549,66 Euro pro Jahr. Damit liegt der Kreis deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt von 726,49 Euro. Diese Zahlen hat der Bund der Steuerzahler NRW für das laufende Jahr ermittelt.

Donnerstag, 06.08.2020, 08:06 Uhr
Foto: az

Am günstigsten fahren Haushalte in der Gemeinde Nottuln. Dort zahlt besagter Musterhaushalt 456,20 Euro pro Jahr. In Nordkirchen liegt der Durchschnittspreis bei 689,80 Euro – aber immer noch unter dem landesweiten Schnitt.

„Die Abwasserbeseitigung der Gemeinde Nottuln wird im Unternehmensverbund der Gemeindewerke Nottuln betrieben“, erläutert Peter Scheunemann auf Anfrage unserer Zeitung. Der Betriebsleiter der Gemeindewerke Nottuln führt die geringeren Kosten zum einen auf personelle Synergien zurück, die insgesamt zu niedrigeren Personalkosten beitrügen. Zum anderen gebe es „keinen überzogenen Investitionsstau“, der hohe Folgekosten nach sich zöge. Außerdem bleibe die Kapitalverzinsung als Gebührenbestandteil unverändert bei zwei Prozent vom Anlagevermögen. „Die Kalkulationsspielräume werden zugunsten der Bürger ausgeschöpft; Kostenüberdeckungen werden wieder gebührenmindernd berücksichtigt“, verspricht Scheunemann. Nicht zuletzt sei das Abwasserwerk Nottuln Lippeverbandsmitglied, „sodass die Zentralkläranlage durch den Lippeverband betrieben wird und dortige Investitionen auf alle Verbandsmitglieder umgelegt werden“, legt Scheunemann dar.

„Der höhere Preis hat ein Stück weit mit unserer ländlichen Struktur zu tun“, erklärt hingegen Bernd Könning, Kämmerer der Gemeinde Nordkirchen, und verweist auf viele Leitungswege zwischen den drei kleinen Ortsteilen Nordkirchen, Südkirchen und Capelle. „Da haben wir auf der Länge der Leitung wenige Anschlussinhaber“, führt Könning weiter aus.

Ähnliches gelte im Übrigen auch für die Müllgebühren. Wegen längerer Fahrtwege zwischen den Haushalten bei der Abfuhr liege auch hier Nordkirchen kreisweit auf Platz zwei mit 282 Euro für ein 120-Liter-Restmüll-Gefäß, das vierwöchentlich abgeholt wird. Teurer sind die Müllgebühren nur in Dülmen mit 296,69 Euro für die 120-Liter-Tonne. Am günstigsten ist diese in Coesfeld. Dort bezahlen die Bürger nur 164,90 Euro in 2020. Für Rosendahl und Havixbeck lagen dem Bund der Steuerzahler allerdings diesbezüglich keine Zahlen vor, wie aus dem Kreisvergleich des Vereins hervorgeht.

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