Früherer SPD-Bundestagsabgeordneter zieht zurück
Ulrich Hampel kandidiert nicht

Kreis Coesfeld (vth). Ulrich Hampel wirft hin. Eigentlich wollte der Gewerkschafter und frühere SPD-Bundestagsabgeordnete erneut als Bundestagskandidat bei den Wahlen im nächsten Jahr antreten – Rückendeckung hatte er dabei von den beiden SPD-Ortsvereinen Coesfeld und Billerbeck. Doch nun teilt er gegenüber unserer Zeitung mit, dass er verzichtet und auch in den aktuellen Bundestag nicht einziehen will, sollte sich für ihn als derzeit erster Nachrücker diese Frage in den kommenden Monaten stellen. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, so der kommissarische Bezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE Bezirk Hamm.

Freitag, 23.10.2020, 06:00 Uhr
Ulrich Hampel, von der SPD Coesfeld und Billerbeck als Bundestagskandidat vorgeschlagen, tritt nun doch nicht an. Foto: az

Somit ist die Bahn frei für Johannes Waldmann aus Ascheberg, der ebenfalls als Kandidat vorgeschlagen ist. Weitere Kandidaten gibt es bislang nicht. Die Nominierung vonseiten der SPD ist für Januar vorgesehen.

Hampel hatte vier Jahre lang als SPD-Abgeordneter den Wahlkreis Coesfeld - Steinfurt II im Bundestag vertreten. „Für mich war es eine ganz besondere Ehre“, schreibt er in seiner Mitteilung. „Die aktuelle Corona-Krise hat mich aber in meinem Entschluss bestärkt.“ Die Lebens- und Arbeitswelt habe sich grundlegend verändert. Für ihn als Bergmann und langjähriger Gewerkschafter gehe es jetzt darum, „die Arbeitsplätze in der Region und in der gesamten Bundesrepublik zu erhalten und damit den Menschen in unserem Land ihr Auskommen zu sichern und eine Perspektive zu geben“, so Hampel. Für ihn sei klar, dass sein Platz in seiner Gewerkschaft, der IG BCE, ist und „ich von hier aus mit ganzer Kraft für dieses Ziel kämpfen werde“. Dies könne nur gelingen, wenn Gewerkschaften, Politik und Tarifpartner gemeinsam an einem Strang ziehen. „Mit dem Kurzarbeitergeld und zusätzlichen tariflichen Regelungen wurden wichtige Weichenstellungen bereits vorgenommen. Jetzt gilt es, darauf aufzubauen und weitere wirtschaftliche Verwerfungen, die durch die anhaltende Corona-Krise drohen, abzuwenden. Daran will ich aktiv mitwirken“, so Hampel.

Für Waldmann kam die Nachricht überraschend. „Ich nehme die Entscheidung zur Kenntnis“, sagt er und möchte sie ebenso wenig kommentieren wie Hermann-Josef Vogt, Vorsitzender der SPD Coesfeld, die Hampel ja als Kandidat vorgeschlagen hat. Für die Unterstützung von Waldmann hatten sich die SPD Nottuln, Ascheberg und Rosendahl ausgesprochen, auf Kreisebene die Jusos und der Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen (AsF).

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