Neuer Landtagswahlkreis mit Münster
Havixbeck und Nottuln Favorit

Kreis Coesfeld. Die beiden Wahlkreise des Kreises Coesfeld für die Landtagswahlen (79 und 80) sollen neu strukturiert werden. Im Gespräch sind die Orte Havixbeck und Nottuln oder Havixbeck und Senden, die zu den nächsten Landtagswahlen 2022 einem neuen Wahlkreis zugeordnet werden könnten.

Freitag, 30.10.2020, 16:01 Uhr
Die Wahlkreise 79 und 80 mit den Landtagsabgeordneten: Wahlkreis 79 hat Willi Korth (CDU) direkt gewonnen und Henning Höne (FDP) über Liste; Wahlkreis 80 Dietmar Panske (CDU, direkt gewonnen) und Andre Stinka (SPD, Liste). Foto: az

Hintergrund ist, dass die Wahlkreise von der Anzahl der Wähler her in etwa gleichgroß sein sollen. In Münster als wachsende Stadt ist das nicht mehr der Fall – deswegen soll ein neuer Wahlkreis gebildet werden. Und da kommt nach den Vorschlägen des NRW-Innenministeriums der Kreis Coesfeld ins Spiel: Der neue Wahlkreis soll aus mehreren Münster-Bezirken plus Havixbeck und Nottuln oder aber Havixbeck plus Senden gebildet werden. Denn auch die beiden Wahlkreise des Kreises Coesfeld haben wachsende Zahlen. Havixbeck liegt im Wahlkreis 79 (Coesfeld I/Borken III), Nottuln und Senden in Wahlkreis 80 (Coesfeld II). Eine Zuordnung von Havixbeck und Nottuln zum neuen Wahlkreis mit Münster-Bezirken favorisieren die hiesigen CDU-Abgeordneten Dietmar Panske (Ascheberg) und Willi Korth (Coesfeld) sowie der FDP-Abgeordnete Henning Höne (Coesfeld). SPD-Landtagsabgeordneter Andre Stinka aus Dülmen hält von beiden Vorschläge hingegen nicht viel. „Der Kreis Coesfeld sollte nicht noch weiter zersplittert werden und möglichst zusammenhängend bleiben“, meint er. „Der Innenminister nimmt auf regionale Begebenheiten keine Rücksicht“, kritisiert Stinka. Ziel müsse es sein, die Wahlkreise so wenig wie möglich zu zerschneiden.

Debattiert werden muss die Angelegenheit noch im Parlament in Düsseldorf. Entschieden ist also noch nichts.

Schön finden es zwar auch CDU und die FDP nicht, dass Orte aus dem Kreis Coesfeld „abgeknipst“ werden. „Aber die Neustrukturierung ist notwendig“, sagt Panske. Die Variante Havixbeck und Nottuln halten die CDU- und FDP-Abgeordneten am ehesten für passend. Senden sollte nach ihren Vorstellungen nicht aus dem jetzigen Wahlkreis geschnitten werden.

Das Münsterland wachse, gibt Korth zu bedenken. Das sei ja an sich nicht negativ.

Höne findet es im Sinne der Demokratie richtig, dass die Wahlkreise angepasst werden. „Sonst hätten die Stimmen der Wähler unterschiedlich viel Gewicht.“

Bedauern drücken alle vier Abgeordnete aus, denn sie würden – sofern sie 2022 wieder in den Landtag einziehen – Orte verlieren, die sie im Rahmen ihrer Aktivitäten nicht mehr besuchen könnten. Sie wären dann ja nicht mehr zuständig. Den Wahlkreis 79 (CoesfeldI/Borken III) hat Korth direkt gewonnen, für ihn wäre es Havixbeck. Ebenso wie für Höne, der über Liste eingezogen ist. Nottuln und Senden liegen im Wahlkreis 80 und damit in Panskes (direkt gewonnen) und Stinkas (über Liste).

Aber die Abgeordneten sehen auch einen Vorteil: Denn mit dem neuen Wahlkreis Münster/Kreis Coesfeld würde ein weiterer Landtagsabgeordneter nach Düsseldorf geschickt. „Damit wäre das Münsterland stärker vertreten“, sagt Höne.

Kandidaten, die in dem neuen Wahlkreis antreten, werden offenbar noch nicht gehandelt. „Wir hätten aber sicherlich geeignete Leute“, ist CDU-Politiker Panske sicher. „Egal aus welchem Ort.“

Die ursprüngliche, auch von den Kreispolitikern viel kritisierte Variante, bei der Lüdinghausen und Olfen dem Ruhrgebiet zugeordnet werden sollten, ist vom Tisch. Dass auch die jetzigen Vorschläge eine Abgabe von Gemeinden aus dem Kreis Coesfeld an benachbarte Wahlkreise vorsehen, ist aus Sicht von Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr „nicht glücklich, aber natürlich gängige Praxis“. Die jetzt diskutierten Modelle sähen immerhin eine Verschiebung innerhalb des Münsterlandes vor, meint er. „Dies erscheint besser vertretbar

Wahlkreise 79 und 80:

Der Landtagswahlkreis 79 (Coesfeld I – Borken III) umfasst Billerbeck, Coesfeld, Havixbeck und Rosendahl im Kreis Coesfeld sowie Gescher, Heiden, Raesfeld, Reken, Südlohn und Velen im Kreis Borken.

Im Landtagswahlkreis 80 (Coesfeld II) liegen die Städte und Gemeinden Ascheberg, Dülmen, Lüdinghausen, Nordkirchen, Nottuln, Olfen und Senden.

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