Kreis Coesfeld hat in NRW die niedrigste Rest- und Sperrmüllquote
Bei Abfalltrennung landesweit spitze

Kreis Coesfeld. Der Kreis Coesfeld belegt bei der Mülltrennung einen Spitzenplatz. Nur 22,9 Prozent aller Abfälle, die die Bürger kreisweit produzieren, landeten 2018 im Rest- oder Sperrmüll. Das geht aus den Daten hervor, die das Statistische Landesamt jetzt veröffentlicht hat. 39,7 Prozent des Mülls gelangen als organische Abfälle in die Biokompostanlagen. Auch hier belegt der Kreis Coesfeld in NRW einen der vorderen Plätze, denn ein Blick auf die landesweiten Zahlen verrät, dass es sich im Durchschnitt genau umgekehrt verhält.

Donnerstag, 26.11.2020, 07:38 Uhr
Foto: az

Stefan Bölte, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC), sieht für das gute Abschneiden des Kreises gleich zwei Gründe. „Zum einen haben wir bereits 1986 flächendeckend die Biotonne eingeführt und damit sehr früh die Weichen für die konsequente Trennung der Abfälle gestellt“, verweist er darauf, dass sich die Mülltrennung über die Jahrzehnte als Gewohnheit bei den Bürgern etabliert habe. „Zum anderen haben wir wegen der ländlichen Struktur mehr Gartenabfälle als in Großstädten“, nennt Bölte den zweiten Grund. Letzteres führe in der Gesamtmenge zwar zu einem höheren Abfallaufkommen verglichen mit den landesweiten Zahlen – jeder Bürger im Kreis Coesfeld produzierte 2018 23,6 Kilogramm mehr Müll als im NRW-Durchschnitt – doch das sei nicht schlimm. „Denn aus dem großen Bioabfallanteil wird im Auftrag der WBC in der Vergärungsanlage der Firma Reterra in Coesfeld Biogas gewonnen. Das aufbereitete Methangas wird in das Erdgasnetz eingespeist“, erläutert Bölte. Bis zu 1400 Haushalte profitieren von einer klimafreundlichen und CO2-neutralen Wärmeenergie, so die Bilanz der WBC.

Zur konsequenten Mülltrennung trägt auch die Initiative „#wirfuerbio“ und die damit verbundenen Kontrollen der Biomülltonnen bei. Und die zeigen bereits erste Erfolge. In Billerbeck waren nur vier Prozent aller kontrollierten Tonnen mit Störstoffen wie Plastiktüten fehlbefüllt. Auch in Dülmen – mit einer eher städtischen Struktur – waren es nur fünf Prozent. „Aktuell werden in Coesfeld Kontrollen durchgeführt“, sagt Bölte. Und diese erweisen sich als probates Mittel, um die Qualität des Biomülls weiter zu verbessern, wie sich in Billerbeck in einem Vorher-nachher-Vergleich gezeigt hat. „Wir stoßen bei den Kontrollen auch durchaus auf Verständnis und bekommen grundsätzlich positive Rückmeldungen“, berichtet Stefan Bölte.

Allerdings: Für das Jahr 2020 rechnet der Geschäftsführer der WBC mit einem steigenden Aufkommen von Haus- und Sperrmüll um rund fünf Kilogramm pro Einwohner. „Das ist eine klar nachvollziehbare Folgewirkung der Corona-Krise“, bewertet Bölte. Denn zum einen würden viele Bürger diese Zeit für eine Entrümpelung nutzen, zum anderen fiel allein dadurch mehr Hausmüll an, dass weniger auswärts gegessen und mehr zu Hause gekocht würde.

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