Großes Hin und Her bei Terminen – jetzt gibt es gar keinen mehr
Caritas sprachlos: Impfungen in der Tagespflege abgesagt

Kreis Coesfeld. Die Gäste der Tagespflege-Einrichtungen, ihre Angehörigen und die Verantwortlichen des Caritasverbandes sind sprachlos. Zuerst zweimal verschoben und nun komplett abgesagt wurde die Corona-Schutzimpfung in den Tagespflege-Einrichtungen des Caritasverbandes, wie der Caritasverband mitteilt.

Dienstag, 02.02.2021, 07:00 Uhr
In den Tagespflegeeinrichtungen, in denen pflegebedürftige Senioren tagsüber betreut werden, wurde bereits mehrfach der Corona-Impftermin verschoben – und jetzt ganz abgesagt. Der Caritasverband ist sauer. Foto: az

In den sechs Tagespflege-Einrichtungen des Caritasverbandes werden rund 200 pflegebedürftige Gäste von ca. 50 Mitarbeitern tagsüber gepflegt, versorgt und betreut. Dies bietet den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen die Möglichkeit, den Aufenthalt in einer stationären Altenhilfeeinrichtung zu verhindern oder hinauszuzögern.

Doch genau der Aspekt, dass die Pflegebedürftigen abends im eigenen Bett schlafen, führt dazu, dass die Politik die Impfung in der Tagespflege nun versagt habe, so der Caritasverband: „Anstatt sie auf die gleiche Stufe zu stellen.“

Wäre das von Anfang an klar gewesen, wäre das zwar wenig nachvollziehbar gewesen, aber immerhin ein planbarer Umstand. Was nun passiert sei, führe alle Beteiligten „an den Rand ihrer Kräfte“.

Der Ablauf nach Darstellung des Caritasverbands: Am 22.12. sei vom Kreis Coesfeld mitgeteilt worden, dass in Tagespflegen nicht geimpft wird; sechs Tage später sollte dann doch Impfstoff bestellt werden. Noch am selben Tag habe die Kassenärztliche Vereinigung dem Vorgehen widersprochen. Am 13. Januar dann die Mitteilung des Kreises, nun doch zu impfen und alles dafür vorzubereiten. Mit viel Engagement sei alles für die Impfung vorbereitet worden, so für die Tagespflege Ascheberg für den 22.1.: eine zuständige Arztpraxis gefunden, Angehörige und Gäste informiert und individuelle Zeitfenster am Tag der Impfung vergeben, in den Einrichtungen organisatorischen Vorkehrungen getroffen. Dann am 20. Januar die Nachricht, dass erst nach dem 31. Januar geimpft werden dürfe, da es einen Engpass beim Impfstoff gebe. Mit einem enormen Aufwand sei alles vom 22.1. auf den 3.2. verschoben. Am 29.1. habe den Caritasverband eine Mail des Kreises Coesfeld erreicht, wonach das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW die Impfungen in Tagespflegen endgültig untersagt habe. Die Lieferung des Impfstoffs wurde zwar bestätigt, aber der Kreis Coesfeld teilte am 1.2. mit, dass keine Auslieferung stattfindet, berichtet der Caritasverband.

Noch am Tag der Absage habe sich Christian Germing, Vorstand des Caritasverbandes, an den Landrat und alle Landtagsabgeordneten aus dem Kreis gewandt und um Unterstützung in der Angelegenheit gebeten. „Leider ohne Erfolg. Heute erreichte den Caritasverband die Mitteilung, dass die bereits bestätigte Lieferung des Impfstoffs nicht stattfinden wird“, so der Caritasverband in seiner Mitteilung von Montag.

Für die Gäste der Tagespflegen, ihre Angehörigen und die Mitarbeiter sei dies ein Schlag ins Gesicht und nur schwer zu verkraften. Zumal sich kein Angehöriger rechtzeitig um die, sowieso kaum verfügbaren, Termine im Impfzentrum kümmern konnte.

„Es tut uns unendlich leid für unsere Gäste und ihre Angehörigen“, bringen Veronika Reuter, Fachbereichsleitung Tagespflege, und Doris Hinkelmann, Ressortleitung Pflege und Begleitung, ihr Bedauern zum Ausdruck.

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