Schneeverwehungen: Räumdienste pausenlos im Einsatz
Vom Langläufer bis zu einstürzenden Dächern

Kreis Coesfeld. Manchmal kamen selbst die Streuwagen nicht mehr durch. Festgefahren in Verwehungen. Der Schnee bremste auch gestern noch den Verkehr im Kreis Coesfeld aus. Zu größeren Unfällen mit Verletzten ist es lauf Polizei und Leitstelle allerdings nicht gekommen. Stecken geblieben, in den Graben gerutscht – das waren die häufigsten Gründe für die Einsätze. „Es blieb bei Blechschäden“, so Polizei-Sprecherin Britta Venker.

Dienstag, 09.02.2021, 06:00 Uhr
Dick eingepackt unternehmen diese Coesfelder einen Schneegang durch die Promenade bei den Kreishäusern. Viele Bauern unterstützen mit Treckern beim Räumen (Foto r.). Fotos: vth/WLV Foto: az

Rund 20 Schneeeinsätze meldet die Rettungsleitstelle bis gestern Nachmittag. „Es ist relativ ruhig“, sagt Daniel Pfau, Chef der Leitstelle.

Der Kreisbauhof ist weiterhin ununterbrochen unterwegs. Etwa 400 Kilometer Kreisstraßen sind zu streuen und zu räumen. Hilfe gibt es von Landwirten, die mit Schleppern und Anhängern im Einsatz sind.

„Viele Berufskollegen unterstützen bei Räumarbeiten in den Außenbereichen und Gemeinden“, so Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld. Auch auf den Höfen sorgten die immensen Schneeverwehrungen für Überraschungen, trotz aller Vorkehrungen. Hof- und Siloanlagen müssen großflächig abgeschoben werden, Schnee von Eingängen und aus den Offenställen heraus geräumt werden, teilweise funktioniert die Technik nicht oder der Strom ist ausgefallen, berichtet der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband Kreis Coesfeld.

Im Personennahverkehr lief nichts mehr. Züge und Busse fuhren nicht. Der Shuttle-Bus vom Bahnhof Dülmen zum Impfzentrum kam nicht zum Einsatz. Die RVM teilt mit, dass der Busverkehr bis Dienstag um 13 Uhr ruht. Die Nordwestbahn kündigte an, dass bis 12 Uhr keine Züge auf der die Linie Dorsten - Coesfeld fahren. Bahnnutzer müssen mit weiteren Ausfällen rechnen.

Gerufen wurde die Feuerwehr zu Problemen mit Dächern, die unter der Schneelast einzustürzen drohten, so zum Freizeitbad düb in Dülmen. In Coesfeld krachte das Dach der Tennishalle von DJK zusammen.

Der Kreis weist darauf hin, dass die Feuerwehr die Dächer von Privatgebäuden nicht freiräumen kann. „Am Vormittag riefen bereits rund 50 Personen bei der Leitstelle an und baten darum, dass die Feuerwehr das Carport, die Garage oder den Wintergarten von der Schneelast befreit“, teilt Kreisbrandmeister Christoph Nolte mit. Er stellt klar, dass hierfür die Mieter oder Eigentümer verantwortlich seien. Der Kreis bittet dringend darum, den Notruf nur für Notfälle zu nutzen.

Vielen Bürgern gefiel der Schnee, sie unternahmen Winterspaziergänge und holten die Schlitten aus dem Keller – und sogar Skier: Langlauf im Kreis Coesfeld.

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