Landwirte: Kooperation statt Verbote
Protest gegen Insektenschutzpaket

Kreis Coesfeld. Die Landwirte im Kreis Coesfeld fordern die Bundesregierung auf, das Insektenschutzpaket zu überarbeiten. Die Mängel in den Entwürfen seien gravierend. „Fachlich wenig durchdachte und wenig zielführende Hauruck-Maßnahmen, bei denen am Ende die Landwirte auf allem sitzen bleiben, helfen keinem, auch nicht den Insekten“, kritisiert Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld. Er hat daher, zusammen mit allen Kreisverbandsvorsitzenden des Verbandsgebietes ein Resolutionsschreiben an die politischen Mandatsträger des Kreises Coesfeld auf den Weg gebracht. Am Mittwoch (10.2.) soll im Bundeskabinett über das Insektenschutzpaket entschieden werden. Die Landwirte kritisieren, dass die Gesetzesentwürfe vorwiegend auf Verboten basieren. Sie befürchten, dass damit der bereits stark etablierte Weg der Kooperationen sowie Vereinbarungen zwischen Landwirtschaft, Behörden und Naturschutz gänzlich abgeblockt werden, so der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband Kreis Coesfeld. „Mir ist zusätzlich wichtig, dass klar wird, wie sehr wir Landwirte uns bereits jetzt schon für den Insektenschutz und für die Artenvielfalt einsetzen“, erklärt Uckelmann. „Denn der Erhalt und die Förderung der Biodiversität sind die Grundlagen für ein erfolgreiches und nachhaltiges Wirtschaften auf unseren Höfen.“ Viele Landwirte nähmen an freiwilligen Agrarumweltmaßnahmen teil, bauten weit über das geförderte Maß hinaus Zwischenfrüchte an und setzten auch jetzt schon auf boden- und klimafreundliche Anbaumethoden. „Trotz aller Leistungen werden wir Landwirte teils als Alleinverursacher dargestellt und eine Komplettbetrachtung aller Einflüsse kommt mitunter zu kurz“, sagt Uckelmann.

Mittwoch, 10.02.2021, 08:00 Uhr
Breite Uferrandstreifen bis zum Acker: Aus Sicht der Landwirte geht Naturschutz nur in Kooperation. Foto: az

Mit großer Sorge blickt der Kreisverbandsvorsitzendeder Entscheidung entgegen. Im Kreis Coesfeld wären unter anderem Schutzgebiete wie Davert, Borkenberge oder die Heubachniederung betroffen.

„Wird der Entwurf so weitergebeben, wird es zu gravierenden Eingriffen in die Bewirtschaftung und das Eigentumsrecht auf den Höfen kommen. Darüber hinaus würden beispielsweise auch Bodenbrüter wie Kiebitz, Rebhuhn oder Fasan in ihrem Bestand bedroht, müsste künftig vermehrt auf mechanische Unkrautbekämpfung gesetzt werden“, befürchtet Uckelmann.

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