Naturschützer aus Billerbeck startet Petition für mehr Artenvielfalt
Mehr Leben im öffentlichen Grün

Kreis Coesfeld. Mehrere Naturschützer aus NRW haben sich zusammengeschlossen und eine Petition für mehr Artenvielfalt in öffentlichen Grünflächen gestartet. Einer der Autoren der Petition ist Dr. Detlev Kröger aus Billerbeck.

Freitag, 26.02.2021, 09:00 Uhr
Wenn öffentliche Flächen ökologisch sinnvoll gepflegt werden, tragen sie zur Insektenvielfalt bei, hier eine Goldwespe. Foto: Julia Rieger Foto: az

„Als ehemaliger Vorsitzender des Nabu Coesfeld kenne ich die Natur im Kreis Coesfeld ganz genau. Ich stelle fest, dass die Natur hier überall bedrängt ist“, sagt Kröger. Er habe damals versucht, sich mit gezielten Aktionen zu engagieren. Dies sei aber ein langwieriges Geschäft, „oft musste ich feststellen, dass man bei den Behörden an Grenzen stößt und dass zu wenig passiert“. So verfehlten bestehende Gesetze, Grundlagen und Programme oftmals ihre Wirkung. Ein großes Problem sei mangelndes Wissen. „Oftmals werden Aufträge vergeben, ohne dass sich die Entscheidungsträger darüber bewusst sind, welche Bedeutung das für die Natur hat.“

Als Beispiele nennt Kröger die heute übliche Praxis von Pflegemaßnahmen wie das Mulchen. Mulchen bedeute, Grashalme zu zerschreddern. „Dabei werden alle darin lebenden Insekten getötet. Schmetterlinge legen ihre Eier an Halmen ganz bestimmter Gräser und Pflanzen ab. Durch das Mulchen sterben die Eier ab und im Folgejahr kann sich kein Schmetterling mehr entwickeln“, so Kröger.

Aus diesem Grund fordern die Naturschützer die gezielte und effektive Förderung der Artenvielfalt auf allen öffentlichen Flächen in Deutschland. Dieses Ziel soll durch ein konsequent ökologisch ausgerichtetes Grünflächenmanagement erreicht und mit geeigneten Pflegemaßnahmen erhalten werden.

„Wir möchten mit unserer Petition erreichen, dass öffentliche Flächen ökologisch sinnvoll gepflegt werden“, sagt Kröger. „Sie können in ihrer Größe erheblich dazu beitragen, das Insekten- und Artensterben in unseren Lebensräumen aufzuhalten. Angesichts der anstehenden Bundestagswahlen haben wir diese Petition ins Leben gerufen und wollen damit politische Entscheidungsträger in Landtag, Kreisen, Städten und Kommunen sowie alle zuständigen Behörden und Verbände auf das Thema aufmerksam machen.“

Eine politische Anbindung habe die Initiative nicht. Die Umsetzung von Maßnahmen liege in der Hand von Grünflächenämtern, Straßenbehörden, Betriebshöfen der Kommunen oder Gewässerverbänden. „Wir rufen diese dazu auf, ihre Pflegemaßnahmen anzupassen und das Grünflächenmanagement nachhaltig und ökologischen Erfordernissen entsprechend zu gestalten.“

| www.petition-mehr-artenvielfalt-im-oeffentlichen-gruen.de

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