Kreis Coesfeld und RVM prüfen Wasserstoff
Neue Antriebe für den Busverkehr

Kreis Coesfeld. Wie sieht der Antrieb der Zukunft im Busverkehr aus? Neben rein elektrischen Antrieben ist der Einsatz von Wasserstoff eine Alternative. Eine Arbeitsgruppe der RVM steht mit den Anbietern von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben im Austausch, um für die Anforderungen des Verkehrsnetzes im Kreis Coesfeld eine passende Lösung zu finden.

Dienstag, 02.03.2021, 07:00 Uhr
In dieser Woche wird im Kreis Coesfeld ein Wasserstoffbus auf Herz und Nieren getestet: v.l. André Pieperjohanns (RVM-Geschäftsführer), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Kreisdirektor Dr. Linus Tepe und Manfred Gerster von Bushersteller van Hool nv. Foto: az

Eine der Anforderungen sind die langen Distanzen, die die Busse der RVM jeden Tag zurücklegen. Bis zu 500 Kilometer sind da keine Seltenheit. „Innovative Antriebe müssen einige Herausforderungen meistern“, so RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns. „Wir sind daher mit vielen Herstellern im Gespräch.“

In dieser Woche wird ein Wasserstoffbus auf Herz und Nieren getestet. Die Busse können mit 35,8 kg Wasserstoff betankt werden und verfügen damit über eine Reichweite von rund 350 km. Theoretisch sind laut Hersteller sogar über 400 Kilometer möglich. Dabei dienen die Brennstoffzellen gemeinsam mit den Lithiumbatterien und den Elektromotoren als Basis des Antriebs. Der Bus wird vollelektrisch betrieben. Einerseits wird Wasserstoff in der Brennstoffzelle in Elektrizität umgewandelt, wobei nur Wasserdampf emittiert wird, andererseits wird der Antrieb bei Bedarf über die Lithiumbatterien unterstützt. Dank dieses Hybridantriebs und der Rückgewinnung der Bremsenergie kann der Wasserstoffverbrauch auf rund 8 kg/100 km begrenzt werden. Eine Betankung dauert maximal 15 Minuten, sodass lange Standzeiten vermieden werden.

Die so genannten Traktionsbatterien mit einer Leistung von bis zu 36 kWh können bei Bedarf auch extern geladen werden.

Für Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr passt das Testfahrzeug in die Strategie des Kreises: „Das Thema alternative Antriebe ist uns äußerst wichtig, um so auch im Bereich der Mobilität einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wasserstoff kann dabei ein Antriebsmittel sein.“ Mit der Machbarkeitsstudie „Power-to-Gas“ hat sich der Kreis Coesfeld bereits auf den Weg gemacht, die Herstellung von grünem Wasserstoff zu prüfen. Für eine Umstellung des Fuhrparks seiend alle Vor- und Nachteile auch unter Berücksichtigung der Kosten abzuwägen, so der Kreis.

„Auch das Thema Bio-Liquefied Natural Gas (LNG/Flüssigerdgas) wollen wir in der nächsten Zeit beleuchten“, sagt Kreisdirektor Dr. Tepe. „Denn neben der Nahmobilität ergibt es sicherlich auch Sinn, weitere Bedarfe von Unternehmen, z. B. Speditionen, zu ermitteln, um emissionsarme Mobilität umfassend zu betrachten. Ein vernetztes System wäre ideal“, so Dr. Tepe.

Die Frage alternativer Antriebe beschäftigt auch die Partner im Bürgerlabor Mobiles Münsterland (BueLaMo). Mit der Premium-Linie X90 gibt es ein mögliches Flaggschiff, um die Alltagstauglichkeit zu testen.

Die Flotte der RVM umfasst 157 Busse, davon allein 21 am Betriebshof Lüdinghausen.

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