Digitale Ausstellung „Zeitenwende – Freiherr vom Stein und die Westfalen“ kommt an
Ein historisches Erlebnis – gut geklickt

Kreis Coesfeld. Vor 750 Jahren wurde die Burg Vischering in Lüdinghausen durch den Münsteraner Bischof Gerhard von der Mark gebaut. Seitdem hat die Burg ihr Gesicht stark verändert, hat Kriege, Unwetter und sogar Epidemien bis heute überlebt.

Mittwoch, 03.03.2021, 07:00 Uhr
Foto: az

Gerade im Jubiläumsjahr legt die Corona-Pandemie zum zweiten Mal das heutige museale und gesellschaftliche Leben auf der Burg Vischering komplett lahm. Ohne die digitalen Medien würde dieser Ort in diesen Krisenzeiten unerreichbar sein.

Swenja Janning, Kulturreferentin des Kreises Coesfeld, und ihr rühriges Team haben dafür digitale Alternativen gefunden, denn der Auftakt des Jubiläumsjahres begann mitten im Lockdown mit der Ausstellung „Zeitenwende – Freiherr vom Stein und die Westfalen“.

Nach 14 Tagen wurde die Webseite zur Ausstellung bereits 357 Mal angeklickt. „Das ist sehr erfreulich. Noch viel besser ist es aber, dass die Besucher durchschnittlich sieben Minuten und 18 Sekunden in der virtuellen Ausstellung geblieben sind. Das bedeutet, dass sie sich ausgiebig mit der Ausstellung auseinander gesetzt haben. Sie scheinen sich eingeladen zu fühlen, den virtuellen Raum zu erkunden“, resümiert Janning schon jetzt. Auch die Kommentare in den sozialen Netzwerken bei Instagram und Facebook bestätigen die Macher in diesem eingeschlagenen Weg der Präsentation. „Super Ausstellung“, „Sehr informativ“ oder „Applaus“ sind nur einige der positiven Reaktionen. „Viele Besucher freuen sich auf eine hoffentlich baldige Öffnung. Die virtuelle Präsentation kann nur ein Appetithappen sein“, so Janning.

Aber dieser Appetithappen mit vier kurzen Filmen ist dafür sehr gelungen und sehr vielschichtig. Es war für alle Seiten eine absolute Herausforderung, mehr und vor allem doppelte Arbeit im Vergleich zu einem „normalen“ Ausstellungsaufbau. Der Ausstellungsaufbau und das Steinschlossgewehr aus der Zeit der Befreiungskriege Anfang des 19. Jahrhunderts werden in zwei Beiträgen dokumentiert.

Durch umfangreiche Recherchen konnte das historische Gewehr mit einer Gesamtlänge von etwas mehr als zwei Metern und einem geschätzten Gewicht von fünf Kilo bei einem Privatsammler im Ruhrgebiet ausfindig gemacht werden. „Es war gar nicht so einfach, dafür eine passende Vitrine zu finden. Das LWL-Industriemuseum in Hattingen hat uns bei der Lösung geholfen“, skizziert Janning ein weiteres Problem rund um die besondere Schau.

Überraschenderweise konnten auch Gedenktafeln in Ostbevern aufgestöbert werden, auf denen die Namen der Gefallenen der Befreiungskriege Lüdinghausen zu lesen sind. Diese sind auf dem virtuellen Rundgang durch die Ausstellung im dritten Film zu sehen.

Der vierte Film führt die Signale der Trompeter der Regimenter vor über 200 Jahren akustisch und visuell vor. Der Schauspieler Ulf Ziesing erscheint in diesem Video in originaler Kleidung eines Soldaten. Mit einem historischen Infanteriehorn bläst er die verschiedenen Signale.

In der Ausstellung wird der Zeitraum von 1751 bis 1848 beleuchtet. Im Mittelpunkt steht der preußische Reformator Freiherr vom Stein, der seit Anfang des 19. Jahrhunderts die Befreiung von napoleonischer Herrschaft einleitete.

„Wir hoffen, dass die Besucher bald live in die Ausstellung gehen können, um dieses spannende Kapitel westfälischer Geschichte hautnah zu erleben“, wünscht sich Janning und spricht damit vielen potentiellen Besuchern aus dem Herzen.

0 Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Mai zu sehen.

| www.burg-vischering.de

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