Autorin Anne Siegel berichtete beim Kreisland-Frauentag über Island
Elternzeit gehört für Männer zum guten Ton

Kreis Coesfeld. Eines steht fest: Corona ist ganz sicher keine Landfrau, denn was die immer wieder aufs Neue auszeichnet, sind ihre innovativen Ideen, ihre Handlungsvielfalt und vor allem der Gemeinschaftssinn. Mit all diesen Eigenschaften hat Sozialphobikerin Corona-Covid19 bekanntlich wenig am Hut.

Dienstag, 09.03.2021, 08:00 Uhr
Der Kreislandfrauentag 2021 diesmal nicht livehaftig, sondern digital. Im Hintergrund das komplette Vorstandsteam, vorne übernahmen Birgit Schule Spechtel (v.l.), Annegret Langehaneberg und Sabine Nolte die muntere Moderation beim digitalen Frühlingstreffen. Fotos: ul Foto: az

Während der große Kreisland-Frauentag 2020 noch haarscharf vor dem Lockdown in Live-Version mit der Stehaufqueen und Rampen-Rakete Nicole Staudinger stattfinden konnte, forderte das diesjährige Frühlingstreffen ein anderes Format. Kein Problem für die Landfrauen, die rechtzeitig im Vorfeld dafür die Segel setzten. Statt Schulaula nutzten die Damen diesmal ein Aufnahmestudio in Dülmen und einen Youtube-Kanal.

Der Jahresrückblick, der Coronabedingt diesmal etwas überschaubarer ausfiel, präsentierte sich vorweg als Diashow. Highlight war da zweifelsohne das Autokino im Mai.

Als ersten Studiogast stellte Renate Mülder die Landfrau und Floristin Kerstin Osterdorf aus Billerbeck vor, die den Zuschauerinnen zeigte, wie sich aus Tulpen, Ranunkel, Ginster, Eucalyptus und Magnolie ein fesches, frühlingsfrisches Gesteck zaubern lässt. Maria Rennefeldt, Geschäftsführerin der LandFrauen Kreisverband Coesfeld, gab schon mal ihren Abschied bekannt. Nach 20 Jahren engagierter Netzwerkarbeit als Pädagogin geht sie Ende August in den Ruhestand. „Es sind die Verbindungen mit den Menschen, die dem Leben einen Sinn geben“, zitierte die Bildungsreferentin den Gelehrten Wilhelm Humboldt und wünschte sich: „Bleiben wir verbunden und auf ein Wiedersehen!“.

Anschließend nahm die Autorin Anne Siegel die Zuschauerinnen mit an den Ort „Wo die wilden Frauen wohnen“, dem die gebürtige Münsterländerin unter eben diesem Titel ein Buch widmete. Die Wahl-Kölnerin verteilte zunächst mal Lorbeeren an die Landfrauen, die „hier alles so perfekt organisiert haben und sich ohnehin einen eigenen Kanal einrichten sollten.“

Interessant: Auf der nordwestlichsten Insel Europas nutzen 96 Prozent der Männer ihre Elternzeit (Deutschland 25 Prozent) und für den Nestbau erhalten Familien großzügige staatliche Unterstützung. Den Nachwuchs zum Kindergarten zu begleiten gehört auf Island nicht nur zum guten Ton, es „gilt auch als männlich!“, stellte die Autorin heraus. An der Spitze des Inselstaates steht derzeit die Links-Grüne-Premierministerin Jakobsdóttir, während Johanna Sigurdardóttir, Premiereministerin von 2009 bis 2013, weltweit die erste offen homosexuelle Chefin einer Regierung war.

Wer ein Buch veröffentlichen möchte, erhält schon im Vorfeld Fördermittel vom Staat dafür. „Zudem wird ein Großteil des Bruttosozialproduktes durch künstlerische Arbeit reingeholt“, betonte Anne Siegel diese spannende Tatsache.

In ihrem Vortragstempo selber Energie geladen und sprudelnd wie ein isländischer Geysir und damit in Coronazeiten für die Zuschauerin etwas akklimatisierungsbedürftig, stellte die Autorin die Geo-Thermalforscherin Kitty vor, die Heldeninnenstatus genießt, alldieweil die Naturschützerin sich auch gerne mal mir der Kreuzfahrtindustrie anlegt. Originell auch die Geschichten von Hilda, der Exporteurin von Island-Pferden und Agnes Anna, die einen Bier-Spa für die Hauttherapie und zur Entspannung eröffnete.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7857148?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F
Nachrichten-Ticker