Kreis verschiebt Modellregionen-Projekte
Doch noch keine Öffnungen am Montag

Kreis Coesfeld. Nachdem bereits alle anderen Münsterlandkreise ihre Modellregionen-Projekte auf Eis gelegt hatten, zeigte sich der Kreis Coesfeld bis zuletzt optimistisch, Anfang kommender Woche mit seinen Projekten starten zu können. Angesichts weiter steigender Inzidenz – diese lag am Donnerstag im Kreisgebiet bei 94,3 – wird es nun aber doch nichts mit den geplanten Lockerungen ab Montag. Das hat die vom Kreis geleitete Steuerungsgruppe zur Modellregion Kreis Coesfeld entschieden.

Freitag, 16.04.2021, 07:36 Uhr
Die Außengastronomie muss noch weiter warten. Der Kreis hat nun beschlossen, die für Montag geplanten Lockerungen in den Bereichen Kultur, Gastronomie und Sport wegen des steigenden Inzidenzwerts zu verschieben. Foto: Archiv

„Wir wollen nur öffnen, wenn dies verantwortbar ist und auch nicht zu wirtschaftlichen Verwerfungen führt“, begründet Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr die Entscheidung. Geplant waren Lockerungen in den Bereichen Kultur, Sport und Außengastronomie, die durch umfassende Tests wissenschaftlich begleitet werden sollten. So hatte beispielsweise die Stadt Coesfeld mit ihrem Projekt „Kultureck“ geplant, Konzert Theater, Bürgerhalle und Kino schrittweise zu öffnen. Dazu wird extra ein weiteres DRK-Testzentrum im Kulturquartier eröffnet, in dem nach Angaben von DRK-Vorstand Christoph Schlütermann rund 1000 zusätzliche Testungen pro Tag möglich sein werden. Kreisweit gebe es rund 50 Projekt-Ideen, die sich auf alle Kommunen verteilen, wie Hartmut Levermann auf Nachfrage mitteilt. „Diese Projekte sind aber alle noch in der Abstimmung mit dem Land NRW und es wird sich zeigen, was aus der Ideensammlung letztlich umgesetzt werden kann“, sagt der Sprecher des Kreises Coesfeld.

Da ein Überschreiten der 100er-Marke, ab der die Notbremse bundeseinheitlich greift, nicht ausgeschlossen ist, wäre eine Umsetzung ab Montag faktisch und teils rechtlich ausgeschlossen, wie die Vertreter der Kommunen feststellen mussten. In dieser Unsicherheit wollten die Gastronomen nach Rücksprache nicht die jetzt bereits notwendigen Bestellungen vornehmen, wie der Kreis Coesfeld mitteilt. Zudem war im Bereich Kultur eine mögliche Veranstaltung wegen weiterer Restriktionen bei den Zuschauerzahlen nicht wirtschaftlich.

Am kommenden Montag werden die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gemeinsam mit dem Landrat auf Einladung des Kreises entscheiden, ob es in der nächsten Woche noch erste Öffnungen – dann voraussichtlich im Bereich des Sports – geben wird.

Hier könnte sich der Kreissportbund vorstellen, ein eigenes Testzentrum zu eröffnen. „Wir haben das alles gedanklich schon durchgespielt, wollen aber erst noch die Öffnungen abwarten“, sagt Jens Wortmann von der Geschäftsführung des Kreissportbunds.

„Wir arbeiten weiterhin intensiv daran, die Voraussetzungen zu schaffen, um – sobald es die Gesamtlage zulässt – die Öffnungen auch verantwortungsvoll umzusetzen, wie es uns das Land ermöglicht“, sagt Dr. Linus Tepe. „Dazu gehören vor allem das Vorantreiben einer digitalen Lösung und der Ausbau der Testinfrastruktur“, spielt der Kreisdirektor auch auf die Luca-App an.

Die Grünen im Kreis Coesfeld begrüßen derweil, dass die geplanten Öffnungen ab dem 19. April nicht kommen. „Das war die richtige Entscheidung des Landrats“, sagt Sprecher Norbert Vogelpohl. Co-Sprecherin Mareike Raack hätte sich von Beginn an „mehr Weitsicht“ bei der Entscheidung zur Modellregion gewünscht.

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