Kindergartensituation
SPD: Anderen Fraktionen fehlt der nötige Weitblick

Ascheberg -

War der Engpass bei den Kindergartenplätzen im Ort Ascheberg absehbar? Die SPD meint „Ja“ und verweist darauf, dass sie als einzige Partei einen größeren Anbau am Rheinsbergring gefordert hatte. Gemeinde und andere Parteien verweisen auf die Prognose des Kreises, die maßgebend gewesen sei. Weil sie jetzt nicht aufgeht, gibt es Probleme.

Dienstag, 18.03.2014, 17:53 Uhr

Heute sitzen die Leiterinnen der katholischen Kindergärten zusammen und entscheiden über Zu- und Absagen an Eltern. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wissen alle Ascheberger, ob sie einen Kindergartenplatz im Ort erhalten oder mit ihrem Kind nach Herbern fahren müssen, denn die Plätze in Ascheberg werden vermutlich nicht reichen (WN berichteten). Schon vor der Diskussion im zuständigen Fachausschuss prescht insbesondere die SPD mit Pressemitteilungen vorweg.

SPD-Vorsitzender Johannes Waldmann stellt fest: „Leider haben CDU , UWG und FDP den Ausbau an der Kita Rheinsbergring von ursprünglich drei auf 1,8 Gruppen reduziert. Diese Reduzierung war und ist nach Auffassung der SPD-Fraktion falsch.“ Seine Partei habe immer gesagt, dass durch die Entscheidungen der Eltern, der Bedarf sehr schnell höher ausfallen werde als die bisherigen gesetzlichen Ausbauvorgaben. „Die SPD-Fraktion hat familienpolitisch Weitblick bewiesen und votierte gegen die Stimmen der übrigen Fraktionen dafür, die Kita Rheinsbergring, wie ursprünglich beschlossen, um drei Gruppen zu erweitern. Dieser vorläufige Puffer der kurzzeitig entstanden wäre, wird bereits jetzt benötigt“, stellt Waldmann fest. Durch den seinerzeit reduzierten Ausbau würden CDU, UWG und FDP nun zusätzliche Kosten produzieren.

Die Gemeinde, UWG und FDP verweisen in ihren Stellungnahmen darauf, dass im Rahmen der haushaltspolitischen Möglichkeiten und aufgrund der Prognose des Kreisjugendamtes nur zwei statt drei Gruppen gebaut worden seien. Mehr sei aus den Zahlen der Experten damals nicht herauszulesen gewesen. „Zwischenzeitlich hatten wir sogar die Sorge, dass die beiden neuen Gruppen nicht voll werden würden“, wähnte die Gemeinde sich auf einem richtigen Kurs. Die aktuelle Anmeldephase hat aber alles auf den Kopf gestellt, so dass die Gemeinde von bis zu drei zusätzlichen Gruppen ausgehe. Die vierte Gruppe am Rheinsbergring decke den Bedarf nicht. Da hakt UWG- Fraktionsvorsitzender Volker Müller-Middendorf auf WN-Anfrage ein: „Die vorsichtige Herangehensweise eröffnet uns heute die Möglichkeit, für den gesamten neu aufgezeigten Bedarf eine nachhaltige Lösung gegebenenfalls durch Erweiterung von bestehenden oder Schaffung einer neuen Einrichtung zu finden. Hier hat sich die SPD schon wieder voreilig festgelegt. Diese Gestaltungsfreiheit gäbe es nicht, wären wir damals der Position der SPD, basierend auf der Annahme einer möglichen Entwicklung, gefolgt. Für den, auch von der SPD nicht vorhergesehenen, ungedeckten Bedarf würde es keine Lösung gegeben. Das ist jetzt aufgrund der von uns getragenen Vorgehensweise nicht der Fall.“

Johannes Waldmann widerspricht den Einlassungen: „Wenn jetzt der Bedarf sogar über der großen Erweiterung an der Kita Rheinsbergring liegt, ist dies wohl kein Argument dafür den Ausbau seinerzeit in einer kleineren Varianten beschlossen zu haben. Mit einer Erweiterung um drei Gruppen würden heute mehr Plätze im Ortsteil Ascheberg zur Verfügung stehen und damit hätten mehr Eltern für ihre Kinder am Wohnort einen Kitaplatz.“

Für die CDU verweist Fraktionschef Ludger Wobbe darauf, dass die aktuellen Zahlen noch nicht endgültig sind: „Die Kindergarten-Träger können erst nach dem Aufstellen des Kindergartenbedarfsplans durch den Kreis Coesfeld die Zusagen an die Eltern versenden. Dies erfolgt jetzt im Laufe des Monats März. Erst danach sieht man, wie viel Kinder in der Ortschaft Ascheberg nicht versorgt werden. In der JHA-Sitzung wurde vom Jugendamt auch vorgetragen, dass es in der Ortschaft Herbern zum auf jeden Fall noch freie Kindergartenplätze gibt. Auch sei der Kindergartenbedarfsplan – wie bei allen Gemeinden – „mit der Gemeinde Ascheberg“ abgestimmt worden.

Man sollte jetzt zuerst die Zusagen der Träger abwarten. Dann kann man genau sehen, welche Plätze noch fehlen. Die CDU wird sich dafür einsetzen, dass es für die Eltern und Kinder in allen Ortsteilen eine zufriedenstellende Lösung gibt.“

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